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Stadttheater Brünn |
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Gut versteckt hinter einer alten Häuserfront in der Lidická-Straße gibt es in Brünn einen nagelneuen modernen Theaterbau
Das neue große Haus des Stadttheaters Brünn wurde festlich eröffnet |
![]() Intendant Stanislav Moša hat es geschafft: Das große Haus des Stadttheaters Brünn wurde am 2. Oktober mit einer festlichen Premiere des Musicals „Hair“ („Vlasy“) eingeweiht. Der Neubau bietet dem jetzt inzwischen als Dreispartenhaus betriebenen traditonsreichen Theater ausreichend Raum für Schauspiel, Operette und Musical. Die bis heute überaus erfolgreiche Theaterarbeit dieser Brünner Institution kann also weiter und noch intensiver betrieben werden. Den Architekten ist es gelungen, trotz der beengten Platzverhältnisse, die durch die Frontseite der alten Gebäudes in der Lidická vorgegeben sind, das Theater elegant quasi „im Hinterhof“ unterzubringen. Dort schmiegt es sich, um den neu geschaffenen Theaterhof herum, elegant an das alte Gemäuer. Zur Einweihung waren auch Einwohner von Brünns Partnerstadt Stuttgart da. Der Berichterstatter war zusammen mit seiner Frau von Direktor Moša zum Fest eingeladen, zwar nicht als offizieller Vertreter Stuttgarts, aber als Freund und Liebhaber des Hauses und seiner interessanten Produktionen.Das Stadttheater wurde gleich nach dem zweiten Weltkrieg als „zweites Schauspielhaus“ der Stadt unter der Leitung von Milan Pásek unter schwierigen Bedingungen gegründet. In der kurzen Zeit von drei Monaten musste damals nicht nur die Wirtschaftlichkeit, sondern vor allem die künstlerische Lebensfähigkeit einer zusätzlichen Bühne demonstriert werden. Zunächst hatte das Ensemble den Namen Freies Theater gewählt, es gab kleine Gagen und wenig Geld für die Ausstattung. Die schöpferische Energie und Begeisterung der Beteiligten schuf jedoch im Laufe von vier Jahren nach seiner Gründung allein 71 Premieren. ![]() Erzwungene Änderungen der Spielplankonzeption und die Aufgabe, sich quasi als Regionaltheater für die kulturelle Versorgung von mährischen und böhmischen Gebieten zu etablieren, waren für das Ensemble bestimmt nicht immer ganz leicht. Aber auch unter den politisch nicht ganz einfachen Bedingungen wurde unbeirrt weitergemacht. 1962 erhielt das Haus den Namen Theater der Gebrüder Mrštík, den es bis 1988 behalten sollte. Weitere Turbulenzen gab es, als eine Zwangsvereinigung mit anderen Ensembles zum so genannten „Brünner Theater“ stattfand. Nach der Wende wurde diese ziemlich unglückliche Konstruktion jedoch wieder aufgelöst, und das Theater erhielt dann seinen endgültigen Namen: Městské Divadlo Brno (Stadttheater Brünn). ![]() Stanislav Moša, der jetzige Theaterdirektor, begann seine Laufbahn 1983 an diesem Theater als Regisseur. Im Jahre 1990 wurde er künstlerischer Leiter des Theaters der Gebrüder Mrštík. Zwei Jahre später übernahm er dann die Leitung des Stadttheaters und vollzog mit einem neuen künstlerischer Konzept einen erstaunlichen Kurswechsel. ![]() Insbesondere das Musiktheater wurde zu einem neuen Schwerpunkt des Hauses. In der letzten Spielzeit hat Moša das Operettenensemble des Nationaltheaters übernommen, und so kam die Fertigstellung des neuen großen Hauses in dieser Spielzeit gerade recht. Der architektonisch gelungene, wie ein Amphitheater angelegte Zuschauerraum wird in Zukunft vor allem dem Musiktheater und den großen Dramen dienen. Die Bühne ist mit zeitgemäßen technischen Einrichtungen ausgestattet, Licht und Ton entsprechen auch den Anforderungen an ein modernes Musicaltheater. Das Haus verfügt über 680 Plätze, während das kleine Haus je nach Einrichtung nur 380 bis 420 Sitze hat. ![]() Nach „Hair“, das noch bis zum 30. Oktober gespielt werden soll, wird „Die Lustige Witwe“ wieder aufgenommen. Diese bekannte Operette von Franz Lehar hatte am 16. Februar dieses Jahres Premiere. Moša und sein für Operette verantwortlicher Spartenchef Igor Ondříček mussten damals das Mahen-Theater vom Nationaltheater mieten, um eine so große Produktion überhaupt auf die Bühne bringen zu können. ![]() Nach der Operette folgt am 27. November die Premiere des Musicals „Ein Garten voller Wunder“ von Zdenek Merta und Stanislav Moša, bevor eine weiteres Werk der klassischen Operette ab 30. Dezember und natürlich zur Sylvesterfeier auf die neue Bühne kommt: „Die Fledermaus“ von Johann Strauß. Arthur H. Maute 10. Oktober 2004 |