Jubiläum der Sommernacht des Musicals in Dinslaken

5. Sommernacht
des Musicals

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Musical Goes Pop
Thomas Bauchrowitz und Bertram Ernst zelebrieren dieses Jahr zum 5. Mal die Show „Sommernacht des Musicals“ in Dinslaken


5. Sommernacht des Musicals in Dinslaken - Finale
„Für die Sommernacht stellen wir keine Pressekarten zur Verfügung; bei der Sommernacht handelt es sich um einen absoluten Fan-Event mit ‚freier’ Berichterstattung. Die einzigen Freikarten die es bei der Sommernacht gibt, werden von uns für ein Behindertenheim ausgegeben. Ich hoffe Sie haben dafür Verständnis“ schreibt der Veranstalter. Wir haben Verständnis – schließlich kann sich nicht jeder leisten, das zu sagen - und berichten 5. Sommernacht des Musicals in Dinslaken - Maike Boerdam und Bertram Ernst
trotzdem, obwohl wir mit der Anreise nach Dinslaken einen beträchtlichen Aufwand in Kauf nehmen müssen. Denn man muss den Machern Bauchrowitz und Ernst konstatieren: Sie haben ihre Show so aufgezogen, dass sie ein breites Publikum in Scharen anlockt. Wie man geflüstert bekommt, hat das Burgtheater, wie die Freilichtbühne in Dinslaken heißt, Platz für ca. 2000 Zuschauer. Da muss schon einiges bewegt werden.
   Eine Zeitung schreibt schon vorab: „… zum 5. Jubiläum wird sich die Creme der internationalen Musical-Szene in Dinslaken die Klinke in die Hand geben“. Dazu zählen offensichtlich die angekündigten Künstler Maike Boerdam, David Moore, John Patridge, Annika Bruhns und Michael Lewis. Annika Bruhns allerdings ist indisponiert und sagt ab. Als weitere Geburtstagsgäste haben die Veranstalter im Voraus außerdem noch Leah Delos Santos, Peti van der Velde und Jerzy Jeszke genannt,5. Sommernacht des Musicals in Dinslaken - John Partridge
von denen nur letzterer gekommen ist. Dafür sind zusätzlich Katharina Debus und Reinhard Brussmann mit von der Partie. Stolz werden in der Anmoderation die Namen der Künstler, die schon mal in Dinslaken waren, aufgezählt.
   Die Show ist weniger eine der sattsam bekannten Musical-Galas, sondern, wie auch vom Publikum offensichtlich erwartet, mehr ein Pop-Konzert. Dazu tragen nicht nur die Arrangements der Band unter der Leitung von Bertram Ernst und der Ablauf der Veranstaltung, die mit einer Vorgruppe beginnt, sondern auch ein Background-Chor und besonders die meist voll aufgedrehte Tonanlage bei.
   Es beginnt mit dem Musical Moments Ensemble (Norbert Beppler, Marlies Böhme und Christina Schütz). Norbert Bepplers Ensemble singt zwar mit Halb-Playback, bringt aber gerade dadurch am ehesten das typische Musical-Feeling über die Rampe. Man würde gerne mehr von der Amateurgruppe hören.
   Dann geht es los mit den Profis, die das übliche Ohrwurm- und Hit-Programm mit Zugaben abspulen. Wir hören „Buenos Aires“ aus „Evita“ (Maike Boerdam), „Wenn Ich einmal reich wär“ aus „Anatevka“ (Reinhard 5. Sommernacht des Musicals in Dinslaken - John Partridge und Katharina Debus
Brussmann), „Dunkles Schweigen“ aus „Les Misérables“ (Michael Lewis), „You`re The One That I want“ aus „Grease“ (John Partridge, Katharina Debus), „Aquarius“ und „Let The Sunshine In“ aus „Hair“, „Suddenly, Seymore“ aus „Little Shop of Horrors“, „Ich gehör nur mir“ aus „Elisabeth“ (Maike Boerdam auf Holländisch), „Die Schatten werden länger“ aus „Elisabeth“, „You’re Nothing Without Me“ aus „City Of Angels“ (Reinhard Brussmann, Michael Lewis), „Musik der Nacht“ aus „Phantom der Oper“ (Jerzy Jeszke) und viele andere Songs. Anspruch auf Vollständigkeit der Aufzählung wird nicht erhoben. Einen Zettel, der die Titel des Abends auflistet, gibt es nicht.
   Das Programm versetzt das Publikum bis gegen Ende der Veranstaltung - so um 23 Uhr - in solch gute Laune, dass es lautstark nach Zugaben verlangt. Die Hits aus „Hair“ werden vom gesamten Ensemble wiederholt, allerdings diesmal eher laut als schön. Die Verstärker sind aufgedreht, die Lautsprecher dröhnen „volle Pulle“, und der Sound klingt total übersteuert. Das Geschehen auf der Bühne gleicht mehr einem Happening als einer Profishow. Ein musikalischer und optischer Genuss ist das nicht mehr. Aber was macht das schon, wenn es dem Publikum gefällt. Manche Zuschauer schaffen es sogar, im US-Stil mit rhythmischen Schlägen nur auf den leichten Taktteil mitzuklatschen.

Arthur H. Maute
20. Juli 2003


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Fotos: Arthur H. Maute

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