Key-Visual von "Das Phantom der Oper"Deutschlands Musicalstar Uwe Kröger hatte am 14. Mai 2006 im Colosseum seine Premiere als Phantom. Die Besucher seiner ersten Vorstellung als Operngeist waren begeistert.
„Das Phantom der Oper“
in Essen
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Deutschlands Musical-Star als Operngeist
Uwe Kröger bringt „sein“ Phantom mit Bravour

Das Phantom auf der Aftershowparty – Uwe Kröger zeigt sich zusammen mit dem gesamten Ensemble nach seiner Premiere, stellt sich den Fotografen und gibt ein Interview nach dem anderen. - Foto: Copyright © 2006 Arthur H. Maute

Eine üble Kampagne so genannter Musicalfans, ein Anti-Krögerphantom-Site, eine Musicalseite, auf der in einem Interview dieser Anti-Krögerphantom-Aktion jeder erdenkliche Erfolg gewünscht wird - und wer weiß was noch. Damit muss man erst mal fertig werden. Falls Uwe Kröger das alles je wirklich ernst genommen hat, so merkten die Anwesenden bei seiner Premiere am 14. Mai im Essener Colosseum nichts davon. Vielleicht war ein klein bisschen Nervosität zu spüren, zu hören in gelegentlichen stimmlichen Unausgewogenheiten, denn schließlich hatte der Künstler vorher keinen einzigen Preview vor Publikum, wie von offizieller Seite zu erfahren war. Doch Uwe Kröger brachte „sein“ Phantom mit Bravour auf die Bühne.
    Zuvor waren drei andere Darsteller schon als verzweifelte Verliebte durch die Katakomben der Pariser Oper geirrt. Seit September 2005 agierten auf der Bühne der Kruppschen Mechanischen Werkstatt Thomas Borchert, Ian Jon Bourg und Ethan Freeman.  Ein besonderer Ansporn für den Star der deutschen Musicstars?

Phantom Uwe – Am 14. Mai 2006 absolvierte Uwe Kröger als das vierte Phantom im Essener Colossum seine Premiere mit Bravour. - Foto: Copyright © Thomas Bittera Stage Entertainment

   Ganz neu war die Rolle für Kröger jedoch nicht, denn immerhin hatte er dem Operngeist schon in Joel Schumachers Film von 2004 seine deutsche Stimme geliehen. Doch am letzten Sonntag hatte er die Chance, seine immense Bühnenerfahrung in die Rolle einzubringen. Natürlich war es „sein“ Phantom, es war Uwe, wie er auf den Brettern, die seine Welt bedeuten, leibt und lebt. Sein Phantom kam sowohl in seiner hoffnungslosen Verliebtheit als auch in seinem Hass und seiner Verzweiflung zwingend über die Rampe. Nein, Mitleid erregte er nicht. Es gelang Kröger jedoch, den unglücklichen Menschen, im Zwiespalt zwischen dem überlegenen Gesangslehrer und Komponisten einerseits und dem von allen zurückgestoßenen, von Geburt an Entstellten andererseits, glaubhaft darzustellen. Wer sich das Phantom als strahlenden Operntenor vorgestellt hat, kam gewiss nicht auf seine Kosten. Aber Kröger bewältigte die Höhen mit gekonnten und genau gesungenen Falsetttönen, während die Bruststimme gelegentlich etwas rau ankam.

"Ich" und das Phantom – Wietske van Tongeren, die weibliche Hauptdarstellerin und Partnerin von Uwe Kröger in der für 28. September in Wien geplanten Uraufführung von "Rebecca", gratuliert und bekommt Uwes Reverenz. - Foto: Copyright © 2006 Arthur H. Maute

   Neben dem Star traten die meisten Darsteller aus der Essener Premiere auf. Anne Görner als Christine besticht immer noch mit ihrer leichten, aber schönen Stimme. Nikolaj Alexander Brucker findet sich inzwischen als Raoul stimmlich gut zurecht. Leider bietet ihm die Rolle nicht allzu viele Profilierungsmöglichkeiten. Primadonna Laurie Anne McGowan ist in ihrer Exaltiertheit glaubhaft wie immer. Daniel Brennas Piangi war ein schön typischer Operntenor, Fernand Delosch überzeugte als Monsieur André, Annabel Knight ist jetzt in die Rolle der Meg Giry hineingewachsen. Der Madam Giry von Martina Edelhagen hätte man in ihrer Strenge mehr Pep gewünscht.
    Nach der Vorstellung trafen sich Künstler und Prominente auf der Aftershow-Party in Schwindel erregender Höhe auf der obersten Ebene des Foyers. Der Star kam im weißen Smoking, darunter ein weißes T-Shirt. Umschwärmt und begehrt stellte er sich den zahlreichen Interviews. Neben vielen anderen Künstlern gab ihm auch die Stuttgarter „Elisabeth“ Wietske van Tongeren die Ehre. Sie ist Krögers zukünftige Partnerin in der für 28. September geplanten Wiener Uraufführung von „Rebecca“. Es wurde bis in die Nacht gefeiert.

Arthur H. Maute
18. Mai 2006