"Die Schöne und das Biest" in Stetten - Bild von Adolphe William Bouguereau © The Tasmanian Museaum & Art GalleryMartin Doepkes Version der Geschichte wird im Theater unter den Kuppeln in Stetten einstudiert. Premiere ist am 12. Juni 2004. Die Schöne und das Biest in Stetten
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Was haben Amor und Psyche
mit Bella und dem Biest zu tun?
Tag der offenen Tür beim Theater unter den Kuppeln

Die schöne Bella (Kiki Atesidou) rettet das Biest (Matthias Tränkle) in letzter Minute. Das Kostüm für die Schlussszene ist noch unter Verschluss. - Foto: © 2004 Arthur H. Maute

Die Kobolde marschieren über die Bühne - geschäftige Leute mit Aktentaschen, die ein wenig an die Grauen Herren aus "Momo" erinnern. - Foto: © 2004 Arthur H. Maute - Klicken für Vergrößerung.Es tut sich einiges auf der Stettener Freilichtbühne, die sich noch im Rohbau befindet. Wie man sieht, spielt das Ballett im Musical eine beträchtliche Rolle. - Foto: © 2004 Arthur H. Maute - Klicken für Vergrößerung.Treppen spielen eine große Rolle im Bühnenbild. Für die Ausstattung zeichnet Regisseur Carlo Benz verantwortlich. - Foto: © 2004 Arthur H. Maute - Klicken für Vergrößerung.Die schöne Bella (Kiki Atesidou) rettet das Biest (Matthias Tränkle) in letzter Minute. Das Kostüm für die Schlussszene ist noch unter Verschluss. - Foto: © 2004 Arthur H. Maute - Klicken für Vergrößerung.Kiki Atesidou und Matthias Tränkle spielen die Titeltrollen. Matthias stand im letzten Jahr schon als Joseph mit dem Dreamcoat auf der Freilichtbühne, Kiki ist das erste Mal dabei, und gleich in einer Hauptrolle. - Foto: © 2004 Arthur H. Maute - Klicken für Vergrößerung.Amor und Psyche - Bild von Adolphe William Bouguereau © The Tasmanian Museaum & Art Gallery - Klicken für VergrößerungNoch sind nicht alle Kostüme fertig. Außerdem soll beim Tag der offenen Tür nicht schon alles verraten werden. Bis zur Premiere ist noch viel zu tun. - Foto: © 2004 Arthur H. Maute - Klicken für Vergrößerung.Das Theater unter den Kuppeln verfügt über ein großes Angebot an Tänzerinnen aus der eigenen Schule. Produktionen mit Ballett sind hier kein Problem. - Foto: © 2004 Arthur H. Maute - Klicken für Vergrößerung.Regisseur Carlo Benz gibt Anweisungen an die Tontechnik. Noch wird mit Playback geprobt.- Foto: © 2004 Arthur H. Maute - Klicken für Vergrößerung.Bella, die Schöne (Kiki Atesidou) - Foto: © 2004 Arthur H. Maute - Klicken für VergrößerungProbe am Tag der offenen Tür im Stettener Theater unter den Kuppeln. Der Chor der Damen formiert sich. - Foto: © 2004 Arthur H. Maute - Klicken für Vergrößerung

Die vielfach erzählten Varianten von „Die Schöne und das Biest“, der Geschichte des Mädchens, das mit ihrem Herzen in einem hässlichen Ungeheuer das Gute und Liebenswerte entdeckt, gehen zurück auf ein von Jeanne-Marie Le Prince de Beaumont verfasstes Märchen. Sie hat als Gouvernante ironische und auch grausame Geschichten für Kinder umgeschrieben. Doch die Story lässt sich weiter in die Vergangenheit zurückverfolgen, bis zu dem antiken Mythos von Amor und Psyche, den Lucius Apuleius, der römische Dichter aus Nordafrika, in seinen „Metamorphosen“ aufgeschrieben hat. Im Juni hat das Musical von der Erlösung des in ein Tier verzauberten Prinzen in der musikalischen Fassung von Martin Doepke im Stettener Theater unter den Kuppeln Premiere. Regisseur Carlo Benz wählte für die Produktion als Logo ein Bild mit einer Darstellung des sagenhaften Liebespaars aus der alten Geschichte, in der Psyche schließlich entdeckt, dass Amor in Wirklichkeit gar kein Ungeheuer, sondern ein wunderschöner Jüngling ist. Benz wird aufgrund seiner Lesart dem Stück, das hier zu Lande vor allem durch Disneys Animations- und Musicalversion bekannt geworden ist, sicher einige interessante Aspekte abgewinnen. Schließlich soll sich die ganze Inszenierung aus dieser mythischen Leitlinie entwickeln, und sogar das nach den Vorstellungen des Regisseurs entworfene Bühnenbild wird den Kreis der Archetypen des Stücks auch in der Farbgebung – die Grundfarbe wird noch nicht verraten - wiederspiegeln.
   Die Besucher, die sich am 1. Mai zum Tag der offenen Tür zu den Stettener Kuppeln aufgemacht hatten, mussten glücklicher Weise nicht unter deren Dächern Schutz suchen. Denn der befürchtete Regen setzte nicht ein. Kulissenteile aus „Joseph“, dem Musical des letzten Jahres, das in aus lizenzrechtlichen Gründen in diesem Jahr nicht wiederholt werden darf, wiesen den Weg. Viele waren gekommen, aus Neugier vielleicht, oder aus Tradition, oder um den Freunden und Verwandten, Söhnen und Töchtern, durch ihr Dabeisein den Rücken für die harte Probenzeit der nächsten Wochen zu stärken. Kaum einer wird sich deshalb groß darüber Gedanken gemacht haben, was der geflügelte Gott, der eine junge Schönheit himmelwärts zieht, wohl mit dem Biest zu tun haben könnte. Vielmehr wanderten die Besucher einfach unter die Zirkuskuppel, besorgten sich vielleicht vorher an den Imbissständen etwas zu essen und zu trinken, und verfolgten dann gespannt, was sich auf der Bühne tat.
   Hier stach zunächst natürlich das erst halbfertige Bühnenbild ins Auge, das fachwerkartig, unverkleidet mitten auf der Drehbühne emporragte, wo schon aufgebaute, geschwungene Treppen direkt in den Himmel klettern. Die Darsteller machten sich, zum Teil in Kostümen, zum Teil in Arbeits- oder Probenkleidung, - schließlich sollen nicht nur die meisten Kostüme sondern vor allem auch die Maske des Biests bis zur Premiere noch geheim gehalten werden - auf, das Finale des zweiten Aktes zu Musik, die noch als Playback eingespielt wurde, in die von Carlo Benz gewünschte Form – oder Formation - zu bringen. Die Kommandos des Regisseurs, der mit der Partitur an der Bühnenrampe stand, waren abwechselnd zu den Künstlern und zur Tontechnik gerichtet. Es gab richtig harte Probenarbeit zu sehen, mit ständigen Unterbrechungen, Wiederholungen und den hastigen Sprüngen des Chefs auf die Bühne, wo er Details wieder und wieder erklärte. Deutlich wurde auf Anhieb, wo die großen Stärken der Stettener Theatertruppe liegen, nämlich in dem riesigen Reservoir an Schülern der vereinseigenen Ballettschule und den zahlreichen begeisterten jungen und alten Mitwirkenden.
   Mancher einer, der vielleicht in der Hoffnung gekommen war, auf der Bühne schon ein fertiges Ergebnis zu sehen, setzte sich deshalb ein wenig enttäuscht, aber nicht ungern, an einen der zahlreichen Tische im Theatergarten und vertilgte Fleisch vom Grill oder eine heiße Rote, die er mit Bier oder Cola ablöschte. Andere schauten sich die andern Kuppeln an, die neben der Freilichtbühne noch zwei weitere Theater beherbergen, eine Studio- und eine Mundartbühne, die vor allem in der kalten Jahreszeit bespielt werden.
   Die beiden jungen Hauptdarsteller, Kiki Atesidou, Bella, die Schöne, und Matthias Tränkle, das Biest, lehnten nach der Probe zufrieden an der Rampe. Er ist noch in der Ausbildung zum Friseur, sie ist schon voll berufstätig. Nein, nervös sei sie absolut nicht, meinte Kiki auf die Frage, ob denn nicht alles sehr aufregend sei. Immerhin ist es ihre erste Rolle und dazu gleich eine große Hauptpartie. Der Spaß an der Freude ließ also offensichtlich keine Müdigkeit aufkommen. Der Regisseur jedenfalls hatte nach dem anstrengenden Nachmittag noch die Kraft, einem Teil der Mitwirkenden einige Ideen seines Inszenierungskonzepts zu erläutern, nachdem gegen 19 Uhr der Trubel abgeebbt war. Und wer wollte, hatte dann noch die Chance, sich einen Film anzusehen, den er mitgebracht hatte: „La Belle et la Bête“ von Jean Cocteau, die berühmte Kinoversion des Märchens.
   Bald, nämlich am 12. Juni, geht es also los im „Circus Maximus, dem Göttergerichtssitz“, so der Regisseur. Damit meint er die Freilichtbühne, den Hauptspielort des Theaters unter den Kuppeln.

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. Mai 2004


Information:
Ort:
Theater unter den Kuppeln e.V.,
Gräbleswiesenweg 32 , 70756 Leinfelden-Echterdingen/Stetten
Kartenverkauf:
Theaterkasse Mo.14:00-19:00, Di.+Fr.15:00-18:00
Tel.: 0711-795111
Internet: http://www.easyticket.de
Örtliche Vorverkaufsstellen
Eintrittspreise:
13, 11, und 9 EUR


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