Die Premiere der deutschsprachigen Erstaufführung des Broadwayrenners fand am 21. März im Ronacher statt. Vera Stelzmayer gelang es, ein paar Reaktionen einzufangen.
„Frühlings Erwachen“
in Wien
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„Es ist berührend, schön, traurig, lustig“
Reaktionen, eingefangen nach der Premiere im Ronacher

„Die Menschen auf der Bühne wurden in die Handlung eingebunden“ - So äußerte sich der österreichische Musicalstar Sigrid Hauser. Das Foto zeigt das Ensemble in einer Szene des Musicals. - Foto: Oliver Hadji
„Die Menschen auf der Bühne wurden in die Handlung eingebunden“
So äußerte sich der österreichische Musicalstar Sigrid Hauser. Das Foto zeigt das Ensemble in einer Szene des Musicals.
Foto: Oliver Hadji

Am 21. März feierten die Vereinigten Bühnen Wien (VBW) die zweite Premiere, nach „Rudolf“ im Raimund Theater, innerhalb eines Monates. Die deutschsprachige Erstaufführung von „Frühlings Erwachen“ begeisterte die Zuschauer im Etablissement Ronacher schon während der Aufführung zu tobendem Applaus, sodass die stehenden Ovationen zum Schluss kaum überraschten. Die Stimmung war auch bei der anschließenden Premierenfeier sehr gut und ausgelassen. Katrin Zechner, Intendantin der VBW, konnte somit neben ihrer Vertragsverlängerung bis 2013 auch auf eine gelungene Premiere anstoßen.
   Vera Stelzmayer war für die M-IZ Vorort und fing ein paar Reaktionen ein.

Stefan Ruzowitzky, Oscarpreisträger für „Die Fälscher“
Wie hat es Ihnen gefallen?
   Gut. Es war irre dynamisch und schwungvoll. Der Inszenierungsstil hat mir gut gefallen, obwohl ich kein passionierter Musicalgeher oder Musicalexperte bin. Aber den Schwung und das Tempo fand ich sehr mitreißend. Es ist gut und professionell gemachte Unterhaltung.

Sigrid Hauser, österreichischer Musicalstar - momentan an der Wiener Volksoper als „Miss Adelaide“ in „Guys and Dolls“ zu sehen
   Mir hat es exzellent gefallen. Ich bin begeistert! Es ist berührend, schön, traurig, lustig - einfach ein wunderschönes, sehr tiefgehendes, echtes Musical. Es war toll zu sehen wie eines ins andere übergegangen ist und wie auch die Menschen auf der Bühne in die Handlung eingebunden wurden. Es ist sehr viel gleichzeitig passiert und man war ständig in der Geschichte.

Katrin Zechner, Intendantin der Vereinigten Bühnen Wien
Sie haben eine Vertragsverlängerung bis 2013 bekommen. Wie schwierig war es der Stadt Wien diese neuen Ideen und Produktionen zu verkaufen?
   Es war überhaupt nicht schwer. Ich habe vor fünf Jahren den entsprechenden Kolleginnen und Kollegen, das heißt der Finanzstadträtin und dem Kulturstadtrat, meine Pläne präsentiert und ihnen erklärt, dass ich einen neuen Weg gehen möchte: auf der einen Seite natürlich weiterhin das Mainstream-Musical im Raimund Theater und auf der anderen Seite schrägere und kantigere Produktionen im Ronacher. Und sie waren angetan und haben gesagt „Mach!“

Hanna Kastner (Wendla) und Rasmus Borkowski (Melchior) - Foto: Oliver HadjiHanna Kastner, weibliche Hauptrolle (Wendla) in „Frühlings Erwachen“
Wie war für dich die Premiere?
   Es ist unglaublich. Am Anfang war ich sehr raufgeregt, aber ich bin sehr froh, dass alles so geklappt hat und dass das Publikum das so gut aufgenommen hat - es ist das schönste Gefühl, dass man sich vorstellen kann. Schön langsam realisier ich erst, dass das alles wahr ist. Es ist das Beste was mir je passiert ist.

Hast du eine Lieblingsszene?
   Zum Ersten die Misshandlungsszene, weil es die größte Herausforderung für mich ist und zum Zweiten die Heubodenszene, weil es einfach Spaß macht. Auch die Szene mit der Mutter spiele ich gerne, weil ich Julia Stemberger so unglaublich toll finde und sehr gerne mit ihr arbeite. Sie ist wie ein Vorbild für mich.

Was ist die größte Herausforderung für dich in diesem Stück?
   Die Misshandlungsszene. Obwohl es natürlich gespielt ist, ist es so was demütigendes, das kann man sich kaum vorstellen.

Rasmus Borkowski: männliche Hauptrolle (Melchior) in „Frühlings Erwachen“
Wie ist der heutige Abend für dich verlaufen?
   Ich war aufgeregt. Obwohl wir schon einige Previews hatten, habe ich heute schon gemerkt, dass es ein Schritt weiter war. Die Aufführung ist für mich sehr schnell vorübergegangen und jetzt freue ich mich über das tolle Feedback, das wir bekommen.

Was ist für dich die größte Herausforderung deine Rolle zu spielen?
   Die Misshandlungsszene ist natürlich extrem und liegt mir persönlich am Entferntesten. Das hat schon Zeit gebraucht und ist auch jeden Abend wieder ein negatives Erlebnis. Wir haben das ganze Stück und die Rollen sehr persönlich und von uns ausgehend erarbeitet. Da ist natürlich alles was wir spielen sehr emotional - vor allem diese Szene.

Hast du eine Lieblinsszene?
   Nein, eigentlich nicht. Weil das Stück beginnt und plötzlich ist es wieder vorbei. Man lebt das so mit - ganz anderes als bei anderen Produktionen, die ich bis jetzt gemacht habe. Ich mag die Szene „Tiefblaue Nacht“, wo ich auf den Heuboden gehe, weil ich da sehr viel an Anspannung loslassen kann. Und das ist angenehm zu spielen. Da wir fast die ganze Zeit auf der Bühne sind ist es wie ein Ablauf, wie ein Leben.

Warum sollte man sich das Stück anschauen?
   Es wird eine spannende Geschichte auf eine ganz schöne Art und Weise erzählt. Es bietet eine tolle Möglichkeit für jeden Zuschauer davon zu schweben. Es ist für das Genre Musical mal gut, dass eine Art Sprechtheater mit Musiktheater vermischt wird.

1. April 2009
Das Bild im Text zeigt
Hanna Kastner (Wendla) und Rasmus Borkowski (Melchior)
Alle Fotos: VBW/Oliver Hadji
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