| Die Tourneeproduktion wurde rechtzeitig zum Mozartjahr wieder aufgenommen. Am 10. Januar kam sie nach Stuttgart. Danach reist sie durch ganz Deutschland und geht auch nach Österreich. |
„Falco Meets Amadeus“
Tournee Aktualisiert: zurück |
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„Er war so exaltiert, because er hatte Flair“
Falco trifft Amadeus im Mozartjahr |
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Kürzlich, wenige Tage vor des Wunderknaben 250. Geburtstag, kam Falco nach Stuttgart. Im Hegelsaal traf sich ein begeistertes Publikum zur Tourneeproduktion von „Falco Meets Amadeus“ und erinnerte sich gern an die 80er Jahre und die Zeit, als Falcos Single „Rock Me Amadeus“ auf Platz Nummer 1 der amerikanischen Billboard-Charts aufgerückt war. Nachdem Falco damals zu den Produzenten Bolland & Bolland gewechselt war, stand er in der Popszene ganz oben. Zwölf Jahre später starb der österreichische Popstar 40jährig in der Dominikanischen Republik bei einem Autounfall. Autor Burkhard Driest sah in Falcos kurzem Leben, aber auch in seiner frühen Wunderkind-Musikalität, seinem vorgeblich absoluten Gehör, seinem Erfolg bei den Massen und seiner Extravaganz wohl zahlreiche Parallelen zu dem, was uns über Wolfgang Amadeus Mozart berichtet wird. Falco und Amadeus „könnten Brüder sein mit einem Altersunterschied von 200 Jahren“, heißt es in einer Werbebroschüre der Produzenten. Allerdings ist Mozart in der Realität wie auch im Stück ein sehr ungleicher Bruder. Er mokiert sich über Falcos musikalische Künste, hilft ihm aber, als er dringend einen Hit braucht, und gibt ihm die Idee zu „Rock Me Amadeus“ ein. Dabei vergisst er allerdings zu erwähnen, dass Falco seine Hits gar nicht selbst komponiert hat. Ansonsten hat Driest seinem Mozart das heute übliche Klischee des ordinären Spruchbeutels übergestülpt. Das Genie wird zur Karikatur, und in Folge auch andere Figuren des Musicals, wie Falcos Manager Johnny Klein und sein Diener Josef. Die Frauen kommen ein kleinwenig besser weg, obwohl Falcos Geliebte Jeanny, seine Frau Konny, die Szenejournalistin Garbo und sogar der personifizierte Tod ziemlich eindimensional als typische Verführerinnen daherkommen. „Falco Meets Amadeus“ wurde im September 2000 am Theater des Westens unter der Regie des damaligen Intendanten Elmar Ottenthal in der Musikbearbeitung von Johnny Bertl uraufgeführt. Die Vorstellungen waren monatelang ausverkauft. Nach diesem Erfolg reiste die Show nach München, Oberhausen, Graz und Klagenfurt und wurde an den verschiedenen Orten sehr unterschiedlich aufgenommen. Die Tourneeproduktion, die jetzt in Stuttgart zu sehen war, bietet mit einem relativ kleinen Ensemble vor einer Videowand ein erstaunliches Multimediaspektakel. Alexander Kerbst ist Falco. Es gelingt ihm, die ganz besondere Diktion von Falco und seinen abgehackten Rapstil gut über die Rampe zu bringen. Koffi Missah als Johnny Klein stellt die Nummern „Skandal“ und „Dance Mephisto“ mit tänzerischen Feinheiten dar. Nicolaus Hagg ist als Amadeus der Komiker des Stücks und spricht mit dem Publikum in Operettenmanier über Aktualitäten, hier das Mozartjahr. Die Auswahl von Titeln aus Mozarts musikalischem Werk beschränkt sich auf Schnipsel aus dem d-moll Klavierkonzert und der Sonate Nr. 13, aus „Eine kleine Nachtmusik“ und „Don Giovanni“. So entstehen ab und zu kurze Ruhepunkte in der rasanten Show. Überhaupt scheint „Don Giovanni“ Driest manche Anregung für seine gereimten Texte geliefert zu haben. Während der kurzweilige erste Akt des Stücks in dem exaltierten „Rock Me Amadeus“ gipfelt, zieht sich der zweite Akt in die Länge und endet dann ziemlich abgehoben mit Falcos Himmelfahrt zu „Coming Home“. Natürlich tobt das Publikum beim Finale und kann nicht genug bekommen. Arthur H. Maute 13. Januar 2006 |