Logo von "Heidi - Das Musical"Standing Ovations gab es am 23. Juli 2005 bei der Uraufführung von „Heidi – Das Musical“ am Walensee im Schweizer Kanton St. Gallen.
„Heidi - Das Musical“
in Walenstadt
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Der größte Wurf seiner Karriere - Marco Wyss hat es geschafft
Im Heidiland wurde der Traum vom eigenen Musical in nur einem Jahr Realität

Die Heidi-Macher Marco Wyss und Susanne Steinbock haben sich wirklich ein schönes Plätzchen für ihr Musical ausgesucht. Der Walensee zeigte sich bei der Premiere am 23. Juli 2005 in schönster Abendstimmung. Immer wieder blickt der Zuschauer über die Freilichtbühne hinweg auf die großartige Naturkulisse. – Fotos: Copyright © 2005 Arthur H. Maute

Standing Ovations gab es am 23. Juli bei der Uraufführung von „Heidi – Das Musical“ am Walensee im Schweizer Kanton St. Gallen.
   Das große Fest aber hatte schon zwei Stunden vor Beginn der Vorstellung begonenn, in der Umgebung der großen Zuschauertribüne und der riesigen Freilichtbühne. In der dort aufgebauten kleinen Zeltstadt fühlte man sich zwar ein wenig wie auf einem Rummelplatz. Aber jedenfalls gab es für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel etwas zu essen und zu trinken.
    Marco Wyss, der Initiator des Projekts in Walenstadt, interviewt von Moderator Manfred Ritschard, berichtete, wie alles, was an diesem Abend dem erwartungsvollen Publikum präsentiert werden sollte, in unglaublich kurzer Zeit auf die Beine gestellt worden war.
   Im April/Mai 2004 wurde die Idee von Wyss, dem Direktor des Heidland-Tourismus, ein Heidimusical zu schaffen, konkret. Es ergab sich damals, dass einige Leute in England schon ein Heidistück und einige Melodien parat hatten. Der Kontakt wurde aufgenommen und eine Machbarkeitsstudie erstellt. Schon am 5. Oktober letzten Jahres fiel die Entscheidung, dass das Musical im Sommer 2005 Premiere haben sollte. Die Uraufführung wurde auf den 23. Juli festgesetzt.
    Marco Wyss erhielt für sein Projekt Unterstützung von vielen Seiten, von der Gemeinde Walenstadt, vom Kanton St. Gallen und von der ganzen Region. Geplant wurde ein Freilichttheater mit einer Gesamtkapazität für mehr als sechzigtausend Besuchern in einer einzigen Spielzeit. Ein Budget von fünf Millionen Franken wurde angesetzt. Ohne Sponsoren war das nicht zu machen. Wyss führte namentlich den Hauptsponsor Migros an, der übrigens die Markenlinie „Heidi“ führt. Das positive Medienecho machte die Pläne für Walenstadt dann endgültig zu einem großen Thema.
   Im August 2004 war extra für das Heidiprojekt eine Gesellschaft gegründet worden, die TSW Event AG, deren Geschäftsführung dann im darauf folgenden Oktober definiert wurde und deren Team unter der Leitung von Susanne Steinbock für die operative Umsetzung verantwortlich zeichnete. Immer, wenn er spät abends am Büro der TSW vorbeigekommen sei, habe dort Licht gebrannt, meinte Wyss zu dem stetigen Einsatz seiner Truppe. So habe er sich ganz auf das TSW Team verlassen und lediglich „die Verantwortung für das Wetter“ übernommen. Das sei seine Sache gewesen, und er habe das alles im Griff gehabt. Und wirklich, das Wetter am Premierenabend war erwartungsgemäß schön.
   Es handle sich „um den größten Wurf“ in der Karriere von Marco Wyss, schlug der Moderator vor. Es sei großartig, was hunderte von Leuten in der Region Heidiland geschaffen hätten. Nein, Zweifel am Gelingen des Projekts habe er nie gehabt, war vom Heidilanddirektor zu hören, obwohl es natürlich auch Schwierigkeiten gegeben habe. Aber allein der schöne Schauplatz habe ihm ausreichend Motivation gegeben. Immer wieder sei er – auch auf Umwegen – über das Gelände am Walensee gefahren. Der schönste Moment aber sei vielleicht gewesen, als die ersten Lkws und die ersten Kranfahrzeuge vorgefahren seien und das Gerüst der Zuschauertribüne aus dem Boden wuchs. Aber natürlich sei auch der Einzug der Künstler und des Kreativteams in Walenstadt einer der Höhepunkte gewesen.
   Susanne Steinbock, die zuletzt in Köln beim WDR als Herstellungsgruppenleiterin für Auftrags- und Koproduktionen verantwortlich war, merkte an, dass sie sich die Entscheidung, nach Walenstadt zu kommen, nicht leicht gemacht habe. Sie habe anfangs ja nur Textbücher, einige Lieder und viele Ideen gehabt. Als sie jedoch das Ambiente am Walensee gesehen habe, sei die Entscheidung zugunsten des Projekts gefallen. Zu den schönsten Momenten habe auch bei ihr gehört, als die Schauspieler nach Walenstadt gekommen seien, nach dreiwöchiger Probenarbeit in einer Mehrzweckhalle. Am spannendsten sei es aber gewesen, als die Bühne aufgebaut wurde. Würde alles so funktionieren, wie man es sich am Modell ausgedacht hatte? Später habe es aber auch eine schwierigere Phase gegeben, in der doch alles noch nicht so war, wie die Macher es sich vorgestellt hatten, obwohl den ganzen Tag bis zehn Uhr abends geprobt worden und das Kreativteam noch bis zwei Uhr morgens oder auch länger zusammen gesessen sei. Und zuletzt habe bei einer der Hauptproben, zu der fünfzig Leute von der Presse gekommen waren, die Drehbühne nicht funktioniert. Es wurde trotzdem gespielt, aber eben ohne die Hütte vom Alpöhi.
   Bei der Premiere aber funktionierte die Technik zusammen mit Musik, Spiel und Gesang, und es lief alles perfekt, zur Begeisterung des Publikums.

Arthur H. Maute
25. Juli 2005