London 1888, St. Jude's Hospital:
Der junge und ambitionierte Londoner Arzt Dr. Henry
Jekyll schwört am Bett seines todkranken Vaters,
eine Medizin zu finden, welche diesen aus Wahnsinn und
Umnachtung zu befreien vermag.
Im Glauben, dass es grundsätzlich
möglich sei, das Gute im Menschen vom Bösen zu trennen
und die Menschheit von allem Übel zu erlösen,
präsentiert Jekyll das Ergebnis seiner Forschungen der
obersten Kommission des St. Jude's Hospitals: JH 7 - ein
Elixier, welches er an den Patienten der Klinik
ausprobieren möchte. Doch sein Vorschlag trifft auf
Spott und Verachtung und wird empört zurückgewiesen.
Hieran kann auch Sir Danvers Carew nichts
ändern, Vorsitzender der Kommission und zukünftiger
Schwiegervater Jekylls.
Enttäuscht kommt Henry zu spät zur
Feier seiner eigenen Verlobung. Seine zukünftige Frau Lisa
bringt ihm tiefes Verständnis entgegen und hat trotz
aller Warnungen von Seiten der feinen Londoner
Gesellschaft nur Augen für Henry Jekyll.
Zu später Stunde überredet der Anwalt
John Utterson seinen Freund Henry zu einem
Besuch im zwielichtigen Etablissement die ,,Rote
Ratte" in Londons proletarischem Norden. Die
Hauptattraktion der verruchten Bar ist die junge und
verführerische Lucy Harris - ein ,,Mädchen der
Nacht". Beim Abschied überreicht Henry ihr seine
Visitenkarte für den Fall, dass Lucy einmal Hilfe
benötige.
Als Henry bei der Rückkehr in sein
Haus die Nachricht vom Tod seines Vaters erhält, will er
mit seinen Experimenten nicht länger warten. Er wagt den
riskanten Schritt und injiziert sich selbst das Elixier
JH 7. Die Wirkung ist unfassbar: Dr. Henry Jekyll
verwandelt sich in seinen unberechenbaren Widerpart - in Edward
Hyde. Seine dunkle Seite gewinnt die Macht über
ihn. Vor Vitalität und Kraft strotzend sucht Hyde die
,,Rote Ratte" auf, um - seinen Instinkten und seiner
zerstörerischen Lust folgend - Lucy aufzusuchen. Dort
angelangt, verletzt er Lucy, die anschließend Dr. Jekyll
um Hilfe bittet. Der Doktor, dem seine Tat nicht bewusst
ist, versorgt ihre Wunden und findet freundliche Worte
des Mitgefühls. Ein solches Maß an Fürsorge und
Achtung wurde Lucy nie zuvor in ihrem Leben zuteil.
Nichts Schlimmes vermutend, setzt Henry
seine Experimente fort, doch nach und nach entgleitet ihm
die Kontrolle: In kaltem Rausch beginnt Edward Hyde ein
mörderisches Spiel, um sich an den
Kommissionsmitgliedern des St. Jude's Hospitals für ihre
Ablehnung zu rächen. Jekyll ist machtlos und Hyde übt
unaufhaltsam Rache. Ganz London ist in Angst und
Schrecken versetzt, denn ein unbekannter Mörder treibt
sein Unwesen.
Was aus besten Absichten heraus seinen
Anfang nahm, ist ins Gegenteil verkehrt. Auch ohne
Einnahme von JH 7 bemächtigt sich Hyde der Person
Jekylis, wieder und wieder. Als Henry sich schließlich
seiner Taten bewusst wird, forscht er Tag und Nacht nach
einem rettenden Gegenmittel.
Auf der Suche nach seinem Freund trifft
Utterson in Jekylls Labor auf Edward Hyde. Er wird Zeuge
der Rückverwandlung von Mr. Hyde zu Dr. Jekyll. Zutiefst
schockiert erfüllt Utterson eine dringende Bitte Henrys:
Er überbringt Lucy einen Brief, Geld und die Botschaft,
sie möge fliehen und sofort die Stadt verlassen.
Die Warnung ist nicht unberechtigt,
denn Hyde plant, Lucy auf grausame Weise zu ermorden. In
einem verzweifelten Kampf seiner beiden Gesichter, dem
Kampf zwischen Gut und Böse, versucht Henry, das Blatt
zum Guten zu wenden. Und tatsächlich scheint das
Unberechenbare in Gestalt von Edward Hyde bezwungen zu
sein. Doch dann taucht Hyde am Tag von Jekylls Hochzeit
ein allerletztes Mal wieder auf...
Quelle
Musical Dome Köln
12.9.2002
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