"The Wild Party" in KlagenfurtDas Stadttheater Klagenfurt brachte das Musical am 16. Dezember 2004 heraus "The Wild Party"
in Klagenfurt
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Joseph Moncure Marchs Gedicht,
entdeckt von Andrew Lippa
Das Off Broadway Musical aus dem Jahr 2000 in Klagenfurt

"The Wild Party" in Klagenfurt - Foto: Stefan Zoltan

Das Musical „The Wild Party“, von Andrew Lippa, welches im Jahre 2000 als Off Broadway Musical uraufgeführt und im Sommer 2003 in Amstetten seine europäische Erstaufführung erlebte, hatte am 16. Dezember 2004 im Stadttheater Klagenfurt seine Premiere. Das Musical basiert auf einem 1928 erschienen Gedicht des damals 26jährigen Joseph Moncure March. Das skandalöse Werk kam, nachdem es verlegt worden war, prompt auf den Index. Mit seinem zweiten Buch „The Set–Up“, der Geschichte eines abgehalfterten Boxers, schaffte es March sogar auf die Bestsellerliste der New York Times. Nachdem er über zehn Jahre als Drehbuchautor gearbeitet hatte, wirkte er als Dokumentarfilmer für das Außenministerium in Washington und schrieb Artikel für die Nachrichtenbeilage der New York Times. Das Gedicht verschwand in den 30er Jahren und wurde 1994 von Art Spiegelmann neu illustriert. Diese Neuausgabe entdeckte Lippa 2000 in einer Buchhandlung, und er schrieb selbst neue Texte. Noch im selben Jahr wurde das Musical am Off–Broadway Manhattan Theater Club in New York  uraufgeführt.

"The Wild Party" in Klagenfurt - Foto: Stefan Zoltan

   Wie damals in Amstetten sorgten auch in Klagenfurt Werner Sobotka und Hannes Muik für die richtige Umsetzung des Musicals. Dennis Callahan, der auch für die Choreographie des Erfolgsmusicals „Elisabeth“ verantwortlich zeichnete, choreographierte die Show, wie schon zuvor in Amstetten. Die musikalische Leitung hatte Herwig Gratzer. Walter Vogelweider, der seit 1990 als freischaffender Bühnenbildner tätig ist, sorgte, wie schon in Stockerau und auch in Amstetten, für das richtige Bühnenbild. Roswitha Wilding–Meisel war bei „The Wild Party“ für die Kostüme verantwortlich. Regieassistentin war, wie schon bei der europäischen Erstaufführung in Amstetten, auch heuer in Klagenfurt Andrea Kern.
   Das Ensemble ist bis auf wenige Ausnahmen dasselbe wie in Amstetten. In den Hauptrollen begeistern auch in Klagenfurt wieder Uwe Kröger und Ann Mandrella als Burrs und als Queenie. Beide Darsteller zogen schon bei der ersten gemeinsamen Nummer das Publikum in ihren Bann. Ann Mandrella feiert mit diesem Musical nach der Geburt ihrer Zwillinge ihre Rückkehr auf die Musicalbühne. Mit dem Lied „Die Nacht wird heiß“ zeigte sie ihr ganzes Können. Mandrella wirkte auf der Bühne nicht wie eine Göttin, sie war eine Göttin. Die junge Französin vermochte die Zuschauer über zwei Stunden zu begeistern.
   Uwe Kröger überzeugte als Burrs durch sein schauspielerisches Talent. Besonders bei dem Lied „Was hat sie nur an sich“ am Ende des ersten Aktes konnte er die ganze Bandbreite seines Könnens zeigen. Neu im Ensemble und bei der Premiere anfangs etwas unsicher wirkte der Amerikaner Pierre Alexandre. Bei der ersten Konfrontation und dem Lied „Arme Kleine“ bewies er, dass er gesanglich wirklich topp ist. Ab dem zweiten Akt konnte er durch sein hervorragendes Schauspiel das Publikum für sich gewinnen. Sabine Mayer brillierte als Kate. Sie spielt die beste Freundin von Queenie wie schon damals in Amstetten. Ihr „Seht mich nur an“ war wie immer grandios. Sie spielte diese Rolle wie gewohnt mit Witz und Charme. Bis zum Schluss versucht sie vergebens, Burrs zu verführen. Jacqueline Braun gab die Lesbe Madeleine True. Sie spielte und sang das Lied „Eine altmodische Lovestory“ souverän, ihr Spiel war  nervös aber auch sensibel, welches sich dann gegen Ende dieses Liedes immer mehr in eine Wut steigerte. Benjamin Rufin und Terry Chladt überzeugten als Oscar und Phil. Mandrella und Kröger sowie das gesamte Ensemble zeigten ihr tänzerisches und gesangliches Talent bei dem Lied „Die wilde Party“. Im zweiten Akt konnten auch die Ensembledarsteller zeigen, dass sie tanzen und singen können. Pierre Alexandre und Ann Mandrella brillierten als Black und Queenie. Kröger konnte mit dem Lied „Gebt mich auf“ das Publikum von seinem Können überzeugen.
   Das Stadttheater Klagenfurt bewies, dass man auch in anderen Bundesländern Österreichs Musicals produzieren kann. Sabine Hellepart castete das Ensemble und war Produktionsleiterin bei „The Wild Party“. Hellepart zeichnete sich bereits für die Produktionsleitung des Musicals „Hair“ im Wiener Raimund Theater sowie für die Produktionen „Joseph“, „Tommy“ und „The Wild Party“ in Amstetten verantwortlich.
   Weitere Vorstellungen gibt es noch bis Februar 2005, Informationen unter www.stadttheater-klagenfurt.at.

Marie-Anne Lammar
19. Dezember 2004


Fotos: Stefan Zoltan
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