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Wien hat seit dem 24. Februar einen neuen Musicalhit. Das Erfolgsmusical „Romeo & Julia“ von Gérard Presgurvic erlebte in dem Theater, wo zuletzt „Barbarella“ uraufgeführt und der „Tanz der Vampire“ von Roman Polanski zu einem Hit wurde, seine deutschsprachige Erstaufführung. Die Hauptdarsteller Lukas Perman und Marjan Shaki überzeugten durch Können und Frische. Redha Benteifour, der sich für die Regie und die Choreographie verantwortlich zeigte, verlangte von seinen Darstellern akrobatische Tanzeinlagen, die zum Teil an zirkusartige Nummern erinnerten. Die Stimmung heizte aber schon ganz am Anfang des Musicals Boris Pfeiffer als Fürst mit dem Lied „Verona“ an. Die Musik bringt Balladen und Popsongs, die Ensembleszenen wechseln sich mit Solonummern ab.
Komponist und Autor Presgurvic bezeichnete auf der Premiere die Aufführung in Wien als eine Art „zweite Operation“, die ein Arzt zum zweiten Mal durchführe, und die dadurch schwieriger umzusetzen sei, als das erste Mal.
Das Leading Team wirkte auf der Premierenparty sympathisch und publikumsnah. Michaela Ronzoni übersetzte das Musical ins Deutsche. Ihre Texte sind, wenn man die französische Version kennt, etwas gewöhnungsbedürftig. Manches musste auch deutsch einfach anders als auf Französisch ausgedrückt werden. Die Stimmung, wie sie auch in Verona am Originalschauplatz herrscht, wurde gekonnt durch das Bühnenbild von Duncan Hayler wiedergegeben. Zwei Türme, die symbolisch die beiden Familien darstellen sollen, beherrschen die Bühne. Bei Solonummern wird die Bühne durch eine Mauer geschlossen, so dass die Türme verschwinden. Bei Ensemblenummern wiederum wird die Bühne geöffnet, und das Ensemble tanzt und singt sich durch die zwei Türme.
Die Stimmung während der Show stieg ins Unermessliche. Schon bei dem Eröffnungssong „Verona“, gesungen und interpretiert von Boris Pfeiffer und dem Ensemble, war das Publikum begeistert. Der Showstopper „Herrscher der Welt“ wurde zweimal als Zugabe gegeben. Im Ensemble konnten Carin Filipcic als Amme und Mark Seibert als Tybalt am meisten ihr Können unter Beweis stellen. Beeindruckend war das Zusammenspiel der Musik und des Bühnenbildes, welches perfekt aufeinander abgestimmt war.
Marie-Anne Lammar
25. Februar 2005
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