| Marie-Anne Lammar sprach in Wien mit dem Künstler. |
Alfons Haider |
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Er hat einfach Stil, Charme und Charisma
Alfons Haider im Interview |
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Meine ersten Erinnerungen mit Alfons Haider verbinde ich persönlich und privat mit Italien, genauer mit Südtirol, wo ich im Alter von neun Jahren ORF und Wurlitzer geschaut habe. Seitdem sind 16 Jahre vergangen und ich bin erwachsen geworden, bin Studentin in Wien und bekomme an einem Montagabend einen Anruf, dass ich das Interview mit Alfons Haider am frühen Abend des kommenden Tages haben werde. Meine Aufregung steigert sich im Laufe des Dienstags ins Unermessliche, als ich jedoch am späten Nachmittag vor dem Akzent stehe und Alfons auf mich zukommen sehe, ist meine Nervosität wie verflogen. Aus seinen Shows kenne ich Alfons Haider bereits seit über drei Jahren, und wenn er auf der Bühne steht, ist er immer der Profi, vermag es, über zwei Stunden die Spannung und die Konzentration auf der Bühne zu halten. Er kommt auf die Bühne und ist da. Nach seinen jeweiligen Shows gibt er immer Autogramme und ist immer für sein Publikum da. Menschen die zu ihm kommen, kennt er, und kann mit jedem Gesicht, jedem Lächeln eine Erinnerung verbinden. Sein Stammpublikum hält ihm über die Jahre die Treue. Er zeigt sich nach seinen Shows immer so wie er ist, als Mensch, und ist schon, wenn er von der Bühne abgeht, einfach nur der Alfons und nicht mehr der Künstler. Treffpunkt des Interviews ist das Theater Akzent, Alfons Haider erscheint pünktlich, freundlich kommt sein „Grüß Gott, Servus“ rüber. Er trifft mich vor seiner Show und hat aus diesem Grund auch nur begrenzt Zeit, da gleich noch ein Soundcheck ansteht. Angekommen im Buffet des Akzent holt er zwei Melange und nach einer ersten Beurteilung der Sessel - „Bequem ist anders“, sein Gesicht verzieht sich dabei ein wenig - beginnt das Interview. Am Anfang ist er ein bisschen zurückhaltender, lässt den Interviewpartner reden, dies legt sich aber in den ersten paar Minuten und zum Vorschein kommt ein sympathischer Mensch der mit seinen 47 Jahren sicher nicht zum alten Eisen gehört und noch lange auf Österreichs Bühnen stehen wird. Manchmal gibt er sich nachdenklich, manches berührt ihn sehr. Wichtig ist für ihn, dass er mit Leuten zusammen arbeiten kann, mit denen er zusammenarbeiten möchte, dies sei aber leider nur perifer möglich. Die Menschen überlegen sich heute öfter, wo sie hingehen sollen. Seiner Meinung nach ist die Richtung seines Programms „Entertainer“ völlig richtig, da Österreich ein solches Konzept gebraucht habe. Seine 15000 verkauften CDs sind für Österreich eine Sensation, da der Markt völlig kaputt ist. In Bezug auf die Tatsache, dass er in etwas mehr als zwei Jahren 50 wird, wirkt er nachdenklich und sinniert über den Spaß, den er ab nun an den meisten Dingen hat, Vieles macht er auch jetzt aus Überzeugung. In dem Gespräch gerät er über seine Shows und seine Arbeit ins Schwärmen, die Begeisterung für seinen Beruf ist spürbar und zum Greifen nahe. Zum Vorschein kommt aber auch ein sehr sensibler, emotionaler Mensch der sich aber immer so gibt, wie er ist, eben ganz normal, nicht abgehoben oder arrogant, wie er von vielen, die ihn nicht kennen, eingeschätzt wird. Vielleicht müssten sich manche einfach mal an diesen Menschen rantrauen und sich nicht davor scheuen, dass er auf der Bühne steht und Schauspieler ist. Dieses Gespräch zeigt wieder einmal, dass auch Schauspieler nur Menschen sind, die ihren Beruf eben nicht in einem Büro, sondern auf einer Bühne ausüben. Fazit seines Erfolges von „Entertainer“ ist eine Weihnachts-CD „Alfons Haider swinging Christmas“, die im November erscheinen wird. Am 8. Juni 2005 wird Alfons Haider nach zehn Jahren seine Wiederkehr ins Konzerthaus feiern. Vor zehn Jahren gab er zehn Weihnachtsshows innerhalb von zwei Tagen, mit jeweils einer Stunde Programm. Für ihn ist dies ein anderes Gefühl, als in einem kleinen Theater, wie dem Akzent auf der Bühne zu stehen, da das Konzerthaus mehr als vier Mal so groß ist wie das Theater Akzent. Das Theater Akzent fasst 420 Plätze und der Grosse Saal des Konzerthauses hat eine Platzkapazität von 1865 Plätzen. Er wünscht sich für die Zukunft dass alles so weitergehen möge und sein Gesang ausgefeilter werden wird. Er selbst hätte aber auch nichts gegen ein Engagement auf einer großen Bühne als Schauspieler und würde gerne ins Schauspiel zurückkehren. Seine „Sag beim Abschied“ Tournee wird am 29. September Premiere in Amberg haben und ihn und sein Ensemble durch über 50 Städte führen. Nach dem Interview verschwindet Alfons zu seinem Soundcheck. Ich bleibe alleine zurück und versuche die Magie, die er hinterlässt einzufangen. Mir bleibt die Erinnerung an ein sehr nettes Gespräch mit einem Künstler, der so gesehen werden will, wie er ist, ein ganz normaler Mensch, der auch einmal Gefühle zeigen kann und darf. Ganz Österreich hat mich in dieser halben Stunde beneidet, dass ich dem Star aus Österreich gegenübergesessen bin. Mich hat vor allem seine Natürlichkeit und seine Offenheit in dem Gespräch fasziniert. Dieser Mensch ist einfach nur leiwand, nett und sympathisch. Schade nur, dass nicht alle Künstler so sind wie er, aber Menschen sind eben verschieden, doch Alfons Haider gehört zu dieser ganz besonderen Kategorie, er hat einfach Stil, Charme und Charisma. Für viele ist er einer der ganz Großen, andere wiederum sind erstaunt dass er so natürlich rüberkommt. Für mich ist er einfach nur Alfons, so wie ich ihn kenne und schon über 16 schätze und bewundere. Seine Ausstrahlung und vor allem seine Menschlichkeit machen ihn zu dem was er ist und was er auch immer bleiben wird, für die Menschen, die ihn kennen und lieben, ein ganz normaler Mensch, so wie alle anderen auch. Für mich hat dieses Gespräch einen ganz besonderen Stellenwert, weil ich das Glück hatte, Alfons Haider anders kennen zu lernen, als nur nach seinen Shows. So kann ich zum Schluss nur sagen, Danke, dass ich bei dir zu Hause sein durfte, Alfons! Marie-Anne Lammar traf Alfons Haider am 5. April 2005 im Wiener Theater Akzent. |