Logo von "Jesus Christ Superstar"Die Rockoper „Jesus Christ Superstar“ zog in 13 ausverkauften Vorstellungen im Großen Haus der Vereinigte Bühnen Bozen über 9.100 Zuschauern an. „Jesus Christ Superstar“
in Bozen
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Ein gelungenes Bühnenbild, eine tolle Choreographie und ein hervorragendes Ensemble
Erwin Windegger führte wie im vergangenen Jahr Regie, diesmal gemeinsam mit dem Choreographen Kurt Schrepfer

„Jesus Christ Superstar“ bei den Vereinigte Bühnen Bozen mit Erwin Windegger als Pontius Pilatus und Rob Fowler als Jesus. – Foto: Hermann Maria Gasser

„Jesus Christ Superstar“ wurde 1971 in New York uraufgeführt und erzählt die Geschichte der letzten sieben Tage von Jesus von Nazareth aus der Sicht von Judas Ischariot. Andrew Lloyd Webber und Tim Rice hatten im Jahre 1968 ihr erstes gemeinsames Musical „Joseph And The Amazing Technicolor Dreamcoat“ dem Publikum vorgestellt, das sehr gut aufgenommen wurde. So nahmen sie wieder einen Bibelstoff her und komponierten ein weiteres Musical, das trotz des Widerstandes religiöser Gruppen ein Kassenschlager wurde und bis heute begeistert.
   Die Premiere von „Jesus Christ Superstar“ fand im ausverkauften Stadttheater Bozen am 13. Mai 2005 statt. Das Premierenpublikum war bunt gemischt, viele Einheimische waren gekommen, denn kein geringerer als der Südtiroler Erwin Windegger führte wie im vergangenen Jahr Regie, diesmal gemeinsam mit dem Choreographen Kurt Schrepfer. Erwin Windegger spielte die Rolle des Pontius Pilatus. Als Jesus von Nazareth war der Engländer Rob Fowler zu sehen. Der junge Darsteller, der im Theater an der Wien als alternierender Tod auf der Bühne steht, spielte die Rolle trotz Bronchitis und gab einen hervorragenden, gefühlvollen Jesus. Mit viel Ausdruck und Emotionen interpretierte er im zweiten Teil des Musicals das Lied „Gethesemane“.

Talita Angwarmasse als Maria Magdalena und Rob Fowler als Jesus. – Foto: Hermann Maria Gasser

Talita Angwarnasse gab eine hervorragende Maria Magdalena. Sie konnte die Stimmung der Maria super rüberbringen und auf die Interpretation Rob Fowlers eingehen. Beide, Fowler und Angwarmasse, verfügten über ein außergewöhnliches Charisma, welches sie über zwei Stunden auf der Bühne halten konnten. Mit viel Charme interpretierte Angwarmasse das Lied „Wie soll ich ihn nur lieben“, das mit Sicherheit als Showstopper des Abends gelten kann. Beide Darsteller kamen auf die Bühne und waren einfach da.
   Nicht vergessen darf  man allerdings Dave Moskin, welchen Windegger als Judas engagiert hatte. Im Laufe des Musicals spitzt sich der Konflikt zwischen Jesus und Judas immer weiter zu und zum Schluss ist man als Zuschauer von der Darstellung der beiden Hauptdarsteller so gefangen, dass man mit beiden, Judas wie Jesus, mitleidet. Besonders Moskin verstand es sich perfekt in den Vordergrund zu spielen. Beide Darsteller lieferten sich ein regelrechtes Duell in der Gunst der Zuschauer. Moskin spielte den Engländer Fowler in einigen Szenen an die Wand. Beide interpretierten ihre Rolle jedoch sehr gut, die Konflikte zwischen Jesus und Judas waren in den Zuschauerreihen spürbar.
   Das Bühnenbild von Andreas Lungenschmid war schlicht. Vier Säulen, die immer wieder auf der Bühne erschienen, sollten die vier Evangelien darstellen. Die Bühne war nicht überladen, den Darstellern blieb genügend Platz sich frei bewegen zu können, was der Grösse des Ensembles auch zu Gute kam. Kurt Schrepfer, welcher in Wien ausgebildet wurde und schon bei der Uraufführung des Musicals „Freudiana“ in Wien auf der Bühne stand, sorgte für die richtigen Tanzschritte. Seine Choreographie ist frisch und dynamisch, die Darsteller schweben teilweise über die Bühne.
   „Jesus Christ Superstar“ besticht durch ein sehr gelungenes Bühnenbild, eine tolle Choreographie und ein hervorragendes Ensemble. Dem Direktor Manfred Schweigkofler wird es mit Sicherheit gelingen, sein Theater nicht nur in Südtirol, sondern auch im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt zu machen. Seine Ensembles sind immer hervorragend. Der Präsident und künstlerische Leiter der Vereinigten Bühnen Bozen, Thomas Seeber, kann auf eine überaus erfolgreiche Spielzeit zurückblicken. Marie-Anne Lammar
24. Mai 2005