Nach zahlreichen politischen Kabarettrevuen verließ Alfons Haider für seine neue Show am 8. Juni 2005 die österreichische Innenpolitik und begab sich auf die Spuren großer amerikanischer Entertainer. Fan Marie-Anne Lammar berichtet aus ihrer Sicht enthusiastisch über die Veranstaltung. „Haider Live“ in Wien
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Österreichs Multitalent wollte gar nicht mehr runter von der Bühne
Alfons Haider im Wiener Konzerthaus

"Haider Live" - Foto: Copyright © Inge PraderAlfons Haider, Österreichs Multitalent der Unterhaltung, präsentierte zusammen mit der Max Hagler Band und einer Reihe von hervorragenden Tänzern und Sängern eine Show der Superlative. Ihm zur Seite standen die junge Australierin Tamee Harrison und der deutsche Robert Marx. Das Tanzensemble wurde von Miruna Mihailescu und Sascha Ahrens unterstützt. Mit von der Partie war, wie immer, auch Haiders Choreograph Christoph Riedl, der diesmal selbst mit auf der Bühne stand. Außerdem war der Sänger und Darsteller Robert Marx dabei, ein junger ambitionierter Künstler, von dem die Musicalwelt sicher noch mehr hören wird. Alfons Haider präsentierte an diesem Abend einen Querschnitt aus seinen beiden erschienenen CDs „Ich bin du“ und „Entertainer“. Seine Parodie auf Dagmar Koller war sicherlich der Showstopper des Abends.
   Die ausgewählten Songs entführten die Zuschauer in die Welt des Theaters und des Showbusiness. Haider tanzte und sang ein Programm von fast drei Stunden. Mitunter hatte man das Gefühl, er will gar nicht mehr runter von der Bühne. Sein Ensemble stand mit Enthusiasmus und Begeisterung hinter ihm und unterstützte ihn mit Leib und Seele. Seine Lieder die er zusammengestellt hatte, reichten von seinen Songs, die für seine früheren Shows geschrieben wurden, bis zu seiner neuen Show „Entertainer“. Fehlen durften natürlich auch an diesem Abend nicht Lieder wie „Bad Bad Leroy Brown“, „Sommer“ und „Mack the Knife“ bis hin zu „Strangers in the Night“.
   Mit dem Lied „Anders“, welches Haider ganz am Anfang des Konzertes sang, berührte er die Menschen. Er ist einfach anders, ein Künstler einerseits, der seinen Beruf liebt und sich dafür aufopfert, und ein Mensch andrerseits, der doch nie auf die Menschen vergisst, die ihm etwas bedeuten und nahe stehen. Erfolgreich als Schauspieler, Entertainer und Sänger, liebt er seinen Beruf, und doch ist er nie abgehoben und immer natürlich. Seine ganzen Erfolge in Österreich, den USA, den Niederlanden und Frankreich, um nur einige Stationen seines Lebens zu nennen, haben ihn zu einem Star gemacht und wachsen lassen. Unermüdlich hat er immer wieder bewiesen, dass er ganz nach oben gehört.
   Aber Haider wäre nicht Haider wenn er nicht auf der Bühne stehen und auch etwas von sich selbst preisgeben würde. Aufgewachsen in Ober St.Veit, einem Stadtteil in Wien-Penzing, wo auch der bedeutende Wilhelm Anton Frohs wohnte, hatte er als Kind das Glück, den großen Willi Forst kennen zu lernen. Alfons Haider bekam damals von dem Regisseur, den er jetzt so unvergleichlich verkörpert, die Hand. Dies war, wie er sagt, einer der Hauptgründe, dass er mit dem Theatervirus angesteckt wurde und die Bretter, die die Welt bedeuten, betrat. Im September und Oktober wird er dann wieder jenen Regisseur verkörpern, der ihn als Jungen so fasziniert hat.
   Zusammen mit dem jungen Darsteller Robert Marx interpretierte Haider das Lied „Two Boys“ von Peter Allen, dem Mann von Lisa Minelli, welcher im Jahr 1992 an AIDS starb. „Two Boys” erschien 1979 auf dem Album “Peter Allen – I could have been a Sailor”. Allen trat in den 60er Jahren zusammen mit Chris Bell als „The Allen Brothers“ auf. Seinen ersten Auftritt mit dem Gitaristen hatte Allen im Dezember 1964 in einem Hotel in Miami. Zusammen mit Bell tourte er durch diverse Clubs der USA und heiratete 1967 Lisa Minielli. Anfang der 70er Jahre trennten sich die Allen Brothers und Peter arbeitete ab diesem Zeitpunkt als Solokünstler weiter. Dieses Lied ist seit Jahren ein fixer Bestandteil von Haiders Kabarettshows. Der Song in welchem es um Zwillinge geht, die in derselben Familie aufwuchsen, total unterschiedlich waren, aber eines gemeinsam hatten, die Liebe ihrer Mutter, lag Alfons Haider an diesem unbeschreiblichen  Abend besonders am Herzen.
   Neu im Programm war das Lied „Candle in the Wind“, ein Lied, welches zuerst von Elton John für Marylin Monroe im Jahre 1962 geschrieben und dann anlässlich des Todes von Prinzessin Diana im Jahre 1997 von John umgeschrieben wurde. Die Singleauskoppelung zum Tod von Lady Di verkaufte sich 30.000 Mal und anstatt mit den Worten „Good Bye Norma Jean“ beginnt die Version von 1997 mit den Worten „Good Bye Englands Rose“. Nach diesem Song, mit dessen Interpretation Haider sich sicher nicht hinter Elton John zu verstecken brauchte, hatte er auch den letzten Zuschauer auf seiner Seite.
   Auch das Kabarett darf nicht fehlen, und so tritt der Künstler im zweiten Teil des Abends als Dagmar Koller auf. Erstaunlich ist es immer wieder, wenn man sieht, wie leicht es ihm gelingt, den Wechsel zwischen Gesang, Kabarett und als Entertainer zu schaffen. Seine Lieder moderiert er selbst an, liefert eine One Man Show, die ihresgleichen sucht, ist in einem Moment total ernst und nachdenklich und in dem anderen witzig und schrill.
   Zusammen mit Tamee Harrisson, die ihre Wurzeln in Österreich und England hat, sang Alfons unter anderem Lieder wie „Something Stupid“, „Things“ und „Cheek to Cheek“. Die Freundschaft, die die beiden verbindet, war bis in die letzten Reihen spürbar und spiegelte sich auch in der Interpretation ihrer Lieder wieder. Hier standen wirklich zwei Freunde auf der Bühne, die sich mögen und auch gerne zusammen auf der Bühne stehen. Die junge Tamee schreibt und komponiert ihre Lieder selbst und präsentierte an diesem Abend ihren Song „Gong to Paris“.
   „My Way“ war auch eines der Lieder, die an diesem Abend von Haider interpretiert wurden. Dieses Lied könnte man aber auch nicht nur für diesen Abend, sondern auch als Leitfaden für das Leben von Alfons Haider nehmen. Er ging und geht immer seinen Weg, richtet den Blick nach vorne und kehrt nie um. Seine Art und sein Talent machen aus ihm immer weder eine herausragende Persönlichkeit. Auf der einen Seite betrat ein Künstler die Bühne des Konzerthauses, der sich mit diesem Abend einen Traum erfüllt hat. Er stand auf der Bühne, wo schon die ganz Großen gesungen und musiziert haben, und dieses Gefühl erfüllte ihn mit Stolz und Ehrfurcht vor den Menschen, die vor ihm auf diesen Brettern Erfolge feierten. Auf der anderen Seite ist er aber auch immer der Mensch, der nach seinen Shows Autogramme gibt, mit tausend Zuschauer redet, sich photographieren lässt, und auch bei dem letzten Zuschauer ist er immer noch freundlich und nett.
   Dieser Tag wird Haider sicher lange in Erinnerung bleiben, denn er konnte einmal mehr beweisen, dass er ohne Scheu behaupten kann, einer der Stars in Österreich zu sein. Dieser Tag war sein Tag, denn er zeigte dass er Unmögliches vermag, und zeigte vielen sein wirkliches Gesicht. Aus dem Schatten braucht er nicht mehr zu treten, denn er steht schon über drei Jahrzehnte im Licht der Scheinwerfer und der Bühne. Viele Zuschauer waren gekommen, um ihn zu sehen und zu unterstützen, einfach weil sie ihn kennen und mögen, so wie er ist. Alfons ist immer Alfons. Viele ließen es sich auch nicht nehmen, bei dem Sektempfang dabei zu sein, welcher nach dem Konzert im Wotrubasaal des Konzerthauses stattfand. Den geladenen Gästen erschien ein Künstler, der über dem Boden schwebte, und auch hier wieder so normal wie jeder andere rüber kam. Er ließ es sich nicht nehmen, auch nach einem fast dreistündigen Konzert strahlend aufzutreten, mit jedem den er kannte zu sprechen und die Menschen zu erspüren. Er hat als einer wenigen Künstler die Gabe, immer präsent zu sein, immer Charisma zu haben, und er vermag die Menschen, die um ihn herum sind, mit Magie und Stil einzufangen.
   Alfons Haider ließ es sich auch nicht nehmen an diesem Abend den mehr als begeisterten Zuschauern eine Kostprobe auf die Festspiele Stockerau zu geben, Mit einem Lied aus dem Musical „The King and I“, in welchem er wieder, wie schon Jahre zuvor, den König von Siam geben wird, erntete er tosenden Applaus. Ab dem 6. Juli wird er also wieder als König zu sehen sein. Ihm zur Seite stehen wird die Darstellerin Jessica Blume als Anna.
   Dieser Abend war für alle Beteiligten unvergleichlich und unverwechselbar, denn Alfons Haider gab an diesem denkwürdigen 8. Juni 2005 sein Debüt mit einem abendfüllenden Programm im Wiener Konzerthaus. Dem Publikum bot sich eine Show der Superlative, moderiert und gesungen von einem Menschen, der einfach fasziniert, und der mit seiner Magie und seiner Liebe zu seinem Beruf die Menschen, die ihn kennen und schon über Jahre hinweg begleiten, immer wieder zu überraschen und von neuem in seinen Bann zu ziehen weiß.
   Man sagt, Alfons Haider habe magische Kräfte, er berühre mit Stil, Eleganz und Charme. Eines ist sicher: wenn man ihn kennt muss man ihn einfach lieben. Er ist immer Profi, Künstler und Mensch zugleich, kann sich wandeln, wie ein Chamäleon und weiß, wie er auf die Menschen zu gehen muss, soll und kann.

Marie-Anne Lammar
21. Juni 2005