"MAR i CEL - der Himmel und das Meer" - Logo Opernhaus HalleDas Opernhaus Halle bringt am 16. März wieder die deutsche Erstaufführung eines Musicals heraus. „Mar i Cel - der Himmel und das Meer“ in Halle
Aktualisiert:
zurück

Die Unvereinbarkeit von Religionen und Kulturen
Klaus Froboese bringt ein katalanisches Musical vom Mittelmeer an die Saale

Das erfolgreichste spanische Musical kommt nach Deutschland - Initiator des Musical-Projektes am Opernhaus Halle war der erfolgreiche Regisseur ("Me And My Girl") und Übersetzer ("High Society") Hartmut H. Forche (rechts), der 2004 das spanische Musical "Harry und Sally" nach Deutschland gebracht hat. Intendant Klaus Froboese (links) fand Gefallen an dem Stück. Die Hauptdarsteller in "Mar i Cel" sind Jan Ammann als Said (Mitte) und Sara Fonseca als Blanca. - Foto: Gert Kiermeyer
Das erfolgreichste spanische Musical kommt nach Deutschland
Initiator des Musical-Projektes am Opernhaus Halle war der erfolgreiche Regisseur („Me And My Girl“) und Übersetzer („High Society“) Hartmut H. Forche (rechts), der 2004 das spanische Musical „Harry und Sally” nach Deutschland gebracht hat. Intendant Klaus Froboese (links) fand Gefallen an dem Stück. Die Hauptdarsteller in „Mar i Cel“ sind Jan Ammann als Said (Mitte) und Sara Fonseca als Blanca.
Foto: Gert Kiermeyer

Nach dem Erfolg von „The Scarlet Pimpernel“ bringt das Opernhaus Halle mit „Mar i Cel - der Himmel und das Meer“ wieder die deutschsprachige Erstaufführung eines Musicals heraus. Initiator des Projekts ist Hartmut H. Forche. Er scheint so etwas wie ein Spezialist für das spanische Genre zu sein, was nicht zuletzt daran liegen mag, dass er sein Zuhause in Barcelona hat. Schon 2004 brachte er das spanische Musical „Harry und Sally” nach Deutschland. Forche arbeitet auch als Übersetzer und hat als offensichtlicher ein Fan der spanischen Theaterszene beispielsweise das Schauspiel  „Flor de Otoño“ („Herbstblume“) des spanischen Autors José María Rodríguez Méndez ins Deutsche übertragen. Als Regisseur hat er inzwischen mehr als 100 Werke auf die Bühne gebracht. Seine gar nicht heimliche Liebe gehört dem Musical. So wirkte als Jurymitglied des 2. deutschen Musicalkongresses in Hamburg und arbeitet bei Workshops in Valencia und Lima (Peru) mit. Für deutsche Musical-Erstaufführungen übersetzte er „High Society”, „Me and My Girl“, „Funny Girl“, „My One and Only“ und „Singin in the Rain“. Ganz besonders engagierte er sich in letzter Zeit für die katalanische Show „Mar i Cel“ mit dem Text von Xavier Bru de Sala und der Musik von Albert Guinovart und erreichte so, dass der Intendant des Opernhauses Halle, Klaus Froboese, das Stück jetzt am 16. März in einer modifizierten deutschen Fassung herausbringt.

Dagoll Dagoms Show lockte eine Million Zuschauer ins Theater. - Im Jahr 2004 wurde die Dagoll Dagom Company 30 Jahre alt.  Eine der von dem "populären Theater mit Qualität produzierten 15 Shows ist das Musical "Mar i Cel", das 1988 herausgekommen ist. Anlässlich des Jubiläums gab es eine Wiederaufnahme im Teatre Nacional de Catalunya in Barcelona, wo die Show über zwei Spielzeiten lief, bevor es auf Tournee und nach Madrid ging. - Foto: Dagoll Dagom
Dagoll Dagoms Show lockte eine Million Zuschauer ins Theater.
Im Jahr 2004 wurde die Dagoll Dagom Company 30 Jahre alt. Eine der von dem „Volkstheater mit Niveau“ produzierten 15 Shows ist das Musical „Mar i Cel“, das 1988 herausgekommen ist. Anlässlich des Jubiläums gab es eine Wiederaufnahme im Teatre Nacional de Catalunya in Barcelona, wo die Show über zwei Spielzeiten lief, bevor sie auf Tournee und nach Madrid ging.
Foto: Dagoll Dagom

„Mar i Cel“ (Meer und Himmel) wurde 1988 mit großem Erfolg von der katalanischen Company Dagoll Dagom in Barcelona, der Hauptstadt von Katalonien, auf die Bühne gebracht. Diese Show steht quasi im Zentrum der Entwicklung dieser unabhängigen Theaterorganisation und beruht auf einem Werk von Angel Guimerà - geboren 1845 auf Teneriffa und gestorben 1924 in Barcelona -, das damals unter Titel „Mar y Cielo“ veröffentlicht wurde. Interessant ist in diesem Zusammenhang vielleicht, dass das Musikdrama „Tiefland“ mit der Musik von Eugène d'Albert ebenfalls auf ein Stück von Guimerà („Tierra Baja“) zurückgeht. Die ursprüngliche Intention von Dagoll Dagom war, mit „Mar i Cel“ einen neuartigen Musiktheaterstil zu kreieren. Über 500.000 Zuschauer hatten damals die Show in den über 500 Aufführungen in Barcelona, Palma de Mallorca, Saragossa, Bilbao und Madrid gesehen. Zuschauer und Kritiker waren begeistert. Das Stück wurde mehrfach von spanischen und katalanischen Sendern, sogar in der Hauptsendezeit, übertragen und wurde so von mehr als zwei Millionen Menschen gesehen. 2004 wurde das Stück anlässlich des 30jährigen Bestehens von Dagoll Dagom wieder aufgenommen und ging nochmals auf Tournee. So haben inzwischen etwa eine Million Zuschauer das Stück auf der Bühne kennengelernt.
   Die Handlung von „Mar i Cel“ berichtet von der Liebe zwischen einer Christin und einem maurischen Korsaren, der 1609 aus Valencia vertrieben wurde. Die Handlung spielt auf einem Schiff im Mittelmeer, und die Intoleranz ihrer Religionen belastet die Liebe der beiden Menschen und führt schließlich zu ihrem tragischen Tod. Die beiden sind somit Opfer der Kollision zweier Kulturen. Durch den gegenwärtigen Konflikt zwischen dem Islam und der westlichen Welt ist das Thema heute wieder ganz aktuell.
   Jan Ammann, bis vor kurzem noch König Ludwig II. im Musicaltheater Neuschwanstein, übernimmt in Halle die Rolle des Said. Sara Fonseca, die bisher Hauptrollen in „Cabaret“, „Hair“ und „Evita“ spielte, wird als Blanca zu sehen sein.

Arthur H. Maute
27. Februar 2007
   

Information:
Premiere ist am 16. März.
Weitere Vorstellungen gibt es am 21. und 25. März um 19.30 Uhr, 28. und 29. März um 11.00 Uhr, sowie am 31. März, am 4. und 5. April um 19.30 Uhr.
Kartentelefon: 0345-2050222.