Am 1. März 2005 sprach die MKV Internetzeitschrift in Wien mit den Darstellern der Titelrollen. |
„Romeo & Julia“ in Wien |
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Romeo und Julia im Theatercafé
Lukas Perman und Marjan Shaki sind „Romeo & Julia“ in der deutschen Erstaufführung. Sie erzählen über ihre Erfahrungen und was die Titelrollen für sie bedeuten. |
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| Pünktlich um 12 Uhr betreten sie das Theatercafé: Lukas und Marjan, das jugendliche Paar der neuen Musicalshow. Zwar spielen die beiden im Raimund Theater, aber das Kaffeehaus auf der Linken Wienzeile, direkt beim Theater an der Wien, ist ein günstiger und vor allem bekannter Ort, gut geeignet für ein Treffen und ein Interview mit Musicaldarstellern. Gabriela Pfeisinger, Pressesprecherin bei den Vereinigten Bühnen Wien, ist schon ein paar Minuten früher gekommen. Es ist eine angenehme Stimmung in der gemütlichen Ecke, wo wir uns niederlassen. Das Stimmengewirr der anderen Gäste dringt herüber und sorgt für die Untermalung unseres Gesprächs. Das ideale Paar für Romeo und Julia, denkt jeder sofort, der beiden Darstellern privat begegnet. Beide strahlen Begeisterung aus und sind überaus glücklich über das, was sie geschafft haben, das ist sofort zu spüren. Die Erschöpfung, die nach Monaten harter Arbeit an den anspruchsvollen Hauptrollen einfach da sein muss, ist ihnen kaum anzumerken. Heute hatten Lukas und Marjan zum ersten Mal einen freien Vormittag Erst vor fünf Tagen war die Premiere, und heute ist „der erste Tag, wo wir mal vormittags frei haben, denn wir haben immer geprobt vor den Vorstellungen“ gesteht Marjan. Sie hat jetzt erst mal ausgeschlafen und wird den Tag ruhig angehen lassen. Aber auch heute wird sie schon um 17 Uhr 30 wieder im Theater sein müssen: „Da werden wir den Warm-up machen, Tanz-Warm-up gemeinsam“. Im Übrigen „singt sie sich so den ganzen Tag ein bisschen ein“ und schaut „ob die Stimme auch aufwacht“. Denn: „Nach der langen Probenzeit sind wir alle ein bisschen müde.“ Und Lukas fügt hinzu: „Wir wärmen uns zusammen auf. Und dann hat man noch immer eineinhalb Stunden, um wirklich von dieser Außenwelt ein bisschen wegzukommen und sich auf das Stück zu konzentrieren.“ Er ergänzt gleich, der Regisseur (Anmerkung: der Regisseur und Choreograph ist Redha Benteifour) lege Wert darauf, dass sie die Show wirklich nie nur runterspielen. „ Ich glaub, es ist sehr wichtig, dass du jeden Tag ein bisschen weiter dringst, eindringst in die ganze Sache und dich bemühst, einen Schritt weiter zu gehen. Sonst kommt man halt leicht in das Fahrwasser, dass man sagt, ja ich spiele die Show und mach’s halt, und komm um sieben ins Theater, schnell ein paar Töne einsingen, Maske ...“ Vielmehr muss man wegkommen vom Alltagsstress „von dem ganzen Mist, den man halt am Tag erlebt, oder auch dem schönen Tag, und man wirklich jeden Tag eine konstante Leistung erbringt.“ Lukas hat vor seinem Engagement in „Romeo & Julia“ den Rudolf in „Elisabeth“ gespielt, und „da bin ich um sieben im Theater gewesen, kurz eingesungen, Maske.“ Denn: „Elisabeth war was anderes, weil Rudolf halt wirklich im zweiten Teil erst auftritt. Er hat dann den ganzen ersten Akt mehr oder weniger, um in das Stück rein zu kommen. Aber hier trittst du ja von Anfang an in der Rolle auf.“ Die Show ist nicht nur anstrengend, sondern auch gefährlich Doch bei „Romeo & Julia“ ist es nicht so einfach. Es wird viel verlangt, vor allem auch körperlich. „Die Show ist einfach zu anstrengend und zu gefährlich, als dass man da mal eben rein geht, ohne sich aufzuwärmen, oder auch sich mit den Rollen zu befassen“ sagt Marjan. Und außerdem „du kannst diese Rolle nicht spielen, oder dieses Stück nicht spielen, mit so viel Emotionen, wenn du dich nicht vorher ein bisschen da rein arbeitest.“ Versuchen Lukas und Marjan ihre Rollen denn ständig weiter zu entwickeln? Jetzt, fünf Tage nach der Premiere, könne man das noch gar nicht sagen. Schließlich haben die beiden, auch wenn die Previews mitgezählt werden, ihre Partien vor Publikum wirklich noch nicht so oft gespielt. Von der Premiere an gerechnet, ist es heute erst das vierte Mal. Doch eins ist für Lukas klar, nämlich „man beschäftigt sich ja eh unterbewusst mit den Sachen, irgendwie, glaub ich. Ich glaub, dass man, wenn man jetzt wieder anfängt, viel nachzudenken … wir haben drei Monate wirklich intensiv mit dem gelebt. Ich glaub, es ist gut, wenn wir ein bisschen Abstand bekommen. Weil man auch andere Sachen untertags macht, und jetzt wirklich mal bewusst sagt: OK, am Abend spiel ich, aber untertags mach ich was anderes. Ich glaub, das ist eher das, was dich weiterbringt“. Drei Monate dauerten die Proben Die Proben begannen am 29. November 2004 und dauerten mit einer kurzen Unterbrechung über die Weihnachtsfeiertage fast drei Monate. In dieser Zeit hat sich Lukas die Show „ohnehin schon verinnerlicht“, wie er glaubt, und „da drückst du einen Knopf, und dann geht es schon.“ Alles wird mit jeder Vorstellung etwas selbstverständlicher, man „kann in dieser Selbstverständlichkeit dann natürlich anders agieren als am Anfang, wo man halt noch die Plätze gesucht hat und vielleicht den Text noch ein bisserl im Hinterkopf gehabt hat“, weil man halt doch noch nicht so sicher war. „Das wird mit jeder Vorstellung jetzt immer besser.“ Aber zur Routine darf es auch nicht werden, oder? „Ja, da muss man aufpassen“ sagt Marjan „Es ist jetzt noch ein bisschen früh, aber in ein paar Monaten kommen die Vorstellungen, wo man sich, wie Lukas schon sagte, viel einfacher oder leichter einfügen kann in die Show, und dann kommt eben die Zeit, wo die Gefahr besteht, dass man auf Autopilot geschaltet ist.“ Im Moment allerdings „entstehen immer wieder neue Sachen, und schön man probiert einfach ein paar Sachen aus, sagt Sachen anders, geht vielleicht einen kleinen andern Weg.“ Also macht man vielleicht doch bei jeder Vorstellung „eine kleine Veränderung, hält sich aber trotzdem an den Rahmen“. Jetzt kommen dann auch die Zweitbesetzungen Wenn die Zweitbesetzungen kommen, wird es wieder besonders spannend, „wenn du andere Mitstreiter vor dir auf der Bühne hast“, wie Lukas es ausdrückt. Er wird sich auch den anderen Romeo, seine Zweitbesetzung, ganz sicher anschauen: „Man muss die Show auch von außen mal sehn.“ Aber sich selbst darf man nicht ständig selbst von außen betrachten: „Wenn du jetzt immer dich von außen beobachtest, und dir denkst, oh Gott, jetzt das noch und das noch, das ist so anstrengend, und so, also wirklich physisch anstrengend, dann, glaub ich, wird’s zur Qual. Dazu ist es einfach zu intensiv, dass man sich da als Privatperson von außen beobachten kann.“ Zustimmung von Marjan. Wie kommt man zu den Titelrollen in „Romeo & Julia“? Marjan, die aus Hamburg stammt, hat schon im Kindesalter mit Tanzen begonnen. Von Anfang an strebte sie zur Bühne. Wie und wann war ihr jedoch überhaupt nicht klar. Deshalb wollte sie zunächst ihr Abitur machen. „Ich bin aufs Gymnasium gegangen und bin dann aber in der 10. Klasse, wo wir dann ins Berufsinformationszentrum gegangen sind, um uns zu informieren, was es für Studiengänge gibt, drauf gekommen, dass mich alles eigentlich nicht interessiert, und dass ich nach wie vor immer noch in Richtung Theater gehen möchte. Und dann hab ich von dieser Stage School erfahren, in Hamburg, und habe mich da informiert, und hab einen Workshop gemacht, bin über den angenommen worden, und hab dann die dreijährige Ausbildung abgeschlossen.“ Danach kam das erste Vorsingen, „die Musicalversion von Romeo und Julia war damals ja noch nicht im Gespräch“, und so ist sie erst mal zum „Tanz der Vampire“ nach Stuttgart gegangen, wo sie als alternierende Sarah engagiert war. Danach ist Marjan nach Wien gekommen und hat hier die Rolle der Rosanna in der Uraufführung des Musicals „Wake up“ von Rainhard Fendrich im Raimund Theater gespielt. Sie trat auch bei diversen Musicalgalas, wie in „Leading Ladies“ oder der Jubiläums-Gala im Wiener Konzerthaus, auf. Zuletzt war sie in Bozen bei „Evita“. Und stolz sagt sie „‚Romeo & Julia’ ist jetzt die vierte große Sache.“ Vor dem Tanzen hat Lukas sich eher gedrückt Lukas kommt aus Salzburg und ist da in ein musisches Gymnasium gegangen. Er wollte sich ursprünglich auf ein Instrument konzentrieren: „Oboe, das wollt ich eigentlich studieren. Und dann, gegen Ende der Schulzeit, haben wir mal die ‚Rocky Horror Show’ gemacht. Und da ist dann mein ursprünglicher Kindertraum, also den ich als kleines Kind eigentlich so bis zehn Jahre hatte, so bis zehn, elf, zwölf, bevor ich das Instrument zu spielen begonnen habe, wieder in mir wach geworden, nämlich, dass ich eigentlich Schauspiel und Singen machen will. Die zwei Sachen eben.“ Daraus wurde dann Musical: „Die beste Ausbildung zu Schauspiel und Singen ist Musical eben, da hab ich beides. Tanzen ist halt auch dabei, ja, da hab ich mich immer ein bisserl gedrückt. Ja, und dann bin ich nach Wien gekommen, und hab am Konservatorium studiert.“ Zwischendurch machte Lukas mal einen Ausflug zur Casting Show „Starmania“, dem österreichischen Pendant zu „Deutschland sucht den Superstar“, und „da war ich unter den letzten zwölf, und das hab ich nicht gewonnen, zum Glück, weil, wenn ich es gewonnen hätte, dann hätte ich wahrscheinlich meine Ausbildung abgebrochen.“ Parallel hat er sich schon damals für „Elisabeth“ beworben. Und es hat geklappt. Zunächst ist er ins Ensemble engagiert worden, „mit Zweitbesetzung Rudolf, und hatte dann das Glück, dass meine Erstbesetzung dort weggegangen ist, und so der Posten frei geworden ist, und ich befördert wurde.“ Und dann kam schon „Romeo & Julia“, und Lukas musste nie weg aus Wien, „weil alle Rollen zu mir kamen. Das ist schon sehr toll.“ Die Liebesgeschichte ist der Ruhepol im Musical Als Romeo Julia findet, scheinbar tot, singt Romeo „Vorbei, s’ist vorbei“ („C’est fini. Je m’en vais“). Eine Szene voller Resignation? Nein, eher sei es ein Freudenmoment. Im Vordergrund des Musicals stehe ja sehr stark der Kampf der Familien, die actionreichen Szenen. Die Liebesgeschichte werde dadurch zwar „noch dramatischer“, aber ist dann trotzdem „wahrscheinlich eine Art Ruhepol in dem Ganzen. Aber Resignation würde ich es nicht nennen“ erläutert Marjan. Und Lukas: „Die Geschichte ist natürlich sehr schwer, gerade der zweite Akt. Ich glaub, dem Regisseur - und ich glaub, es war auch unser Anliegen - war wichtig, dass wir diese Schwere, dass alle sterben, also Mercutio, Tybalt, und ich verbannt werde, dass wir das, soweit es geht, ein bisschen neutralisieren, wenn wir sterben, in der Hinsicht, dass wir uns ja in der andern Welt wieder treffen. Die Leute sollen ja nicht Selbstmord begehen, wenn sie da rausgehen.“ Deshalb wird es „am Ende des Stückes auch musicalhaft.“ Und Marjan ergänzt: „Die beiden jungen Leute bringen sich aus einem ganz andern Grund um. Alle metzeln sich ab, weil sie sich hassen, und die zwei lieben sich einfach, und, gerade weil sie noch sehr jung sind, ist das alles mit einer sehr großen Leichtigkeit und Naivität“. Aber es sei doch nicht nur das Liebespaar, das für Ruhemomente sorgt. So habe die Amme ein Lied im ersten Akt, ebenso Tybalt, und der Vater im zweiten Akt. Die Zuschauer seien froh über diese Ruhemomente, weil einfach zu viel passiere. Lukas: „Die sind dann sehr dankbar, wen man einfach mal dasitzen und einfach nur zuhören darf, wer jetzt für sich singen will. Das merkt man schon sehr.“ Vom Hass zur Liebe „Ich glaub dem Regisseur war auch eben wichtig, die Zeitlosigkeit der beiden Themen, nämlich Hass und Liebe zu zeigen“ fügt Marjan hinzu. So, wie der französische Untertitel des Musicals „De la Haine à l’Amour“ heißt, der in der in der Wiener Version allerdings nicht verwendet wird. Und deshalb könne das Stück auch in jeder Zeit spielen. „Die West Side Story hat es ja auch gezeigt.“ Lukas: „Es ist einfach so aktuell. Man kann das einfach globaler ausdehnen. Wir haben hier zwar das kleine Verona und die zwei Familien, aber man muss sich nur vorstellen: Israelis gegen Palästinenser, und da ist eine Frau und da ist ein Mann, und die wollen zueinander. Das ist genau die gleiche Problematik.“ Marjan: „Man kann ja noch weiter zurück in die griechische Mythologie, da gab es das ja auch. Romeo und Julia ist ja nicht die erste Geschichte...“ Lukas: „und es wird nicht unsere letzte Inszenierung sein. Die wird’s wahrscheinlich noch geben, wenn’s uns schon lang nimmer gibt. Weil das Thema, so lang es Menschen gibt, immer aktuell sein wird.“ „Romeo & Julia“ in den Charts In Frankreich sind die Songs aus dem Musical Hits geworden. Das wünscht man sich für Wien natürlich auch. Und tatsächlich, die Popversion von „Aimer“, die für das Radio produziert wurde, sozusagen als „Teaser für das Stück“, hat „ziemlich eingeschlagen“ und ist auf Platz drei in den österreichischen Charts. (Anmerkung: Die Single CD mit der Popversion enthält „These are my rivers“ und „Liebe“, gesungen von Lukas und Marjan, außerdem „Kings of the world“ gesungen von Lukas mit Mathias Edenborn und Rasmus Borkowski.) Die Musik von „Romeo & Julia“ sei einerseits typisch französisch, andererseits „aber das, was die Leute oft als banal abstempeln, ist einfach das, was diesen modernen Popcharakter in dieses Stück hereinbringt“ sagt Lukas. „Ich mein, wenn man sich jetzt normale Popsongs anhört, nicht Musicalsongs, sondern wirklich Popsongs, die im Radio laufen, die sind einfach gestrickt, der Akkordaufbau, die Melodie, und so, es sind Popsongs. Und genau so ist zum Teil die Musik hier auch gestrickt.“ „... in sehr melancholischem Einschlag noch, von den Franzosen“ ergänzt Marjan. Und Lukas fährt fort: „Es ist gerade für junge Leute, die jetzt wirklich moderne Musik viel hören, also Popmusik, Radiomusik und so, einfach interessant. Wo andere Musicalliebhaber vielleicht sagen, na ja, da hab ich schon anspruchsvollere Sachen gehört. Unser oberstes Ziel ist nicht, sehr anspruchsvoll zu sein, sondern die Leute zu berühren.“ Beide sind der Meinung, dass jeder im Publikum auf seine Rechnung komme. Das Stück „ist nicht verstaubt, sondern sehr modern, frisch und für junge Leute vor allem, und für Musicalliebhaber“, sagt Marjan. Und darin stimmen wohl alle überein. Sogar „der Holender (Anmerkung: Ioan Holender ist Direktor der Wiener Staatsoper), der sehr kritisch auch dem Musical gegenübersteht, hat einen Satz losgelassen ich hab ihn nicht persönlich gehört, ist mir erzählt worden nämlich: jeder der Musical gern hat oder liebt, kommt hier total auf seine Kosten“ meint Lukas. Das Publikum lässt sich von dem Sog der Show gefangen nehmen „Was mich wirklich freut, ist einfach, ich sehe das bei mir auf meiner Homepage, und auch so von der Resonanz im Publikum: die Leute sind wirklich beeindruckt. Sie sind jetzt nicht ... ja, das war ein netter Abend oder ein schöner Abend, sondern sie sind wirklich sprachlos. Auch wie gerade ein paar Leute von meinem Fanclub da waren, die haben gar nichts gesagt. ... ‚Na sagt doch was!’ ... Die waren irgendwie total geplättet. Man wird einfach in diesen zweieinhalb, drei Stunden total überfahren von so viel Eindrücken, dass man, glaub ich, Zeit braucht“, aus dem Sog der Show wieder herauszukommen in die reale Welt. Und was bedeutet „Romeo & Julia“ für die beiden? Marjan sieht es als Privileg, die Julia spielen dürfen, als Herausforderung, aber auch als Chance „Ja, also ich behaupte jetzt einfach mal, dass ‚Romeo & Julia’, glaub ich, die Traumrollen vieler Schauspieler, Musicalsänger oder Opernsänger sind, und dass diese Rollen in Form eines Musicals endlich mal dargestellt werden können. Und es ist natürlich für uns jetzt eine riesige Chance, die Rolle zu spielen. Es ist eine sehr große Herausforderung. Ich freu mich, dass ich das jetzt noch machen kann, weil, in ein paar Jahren wär’s wahrscheinlich zu spät geworden. Jetzt hab ich die Chance noch, und ... ja, ich kann nicht viel sagen. Ich bin einfach sehr glücklich, dass ich das machen darf. Ich empfinde das wirklich als Privileg, mit diesem Regisseur auch gearbeitet zu haben, weil er ganz frisch war und eigenen Wind rein gebracht hat in das Musical, in dieses Musical-Genre, sich sehr auf Schauspiel konzentriert hat, und das war für uns alle, glaub ich, eine sehr intensive und lehrreiche Zeit. Ja, ich bin einfach sehr glücklich, dass ich dabei sein darf.“ Lukas hat mit seiner ersten großen Rolle einen großen Schritt nach vorne gemacht und eine Grenze überschritten „Ich muss sagen, wie ich die Rolle angeboten bekommen hab, war ich natürlich einerseits total glücklich darüber, andererseits hab ich sehr viel Angst auch gehabt. Ich mein, das ist meine erste so große Rolle, und die Erfahrung hab ich jetzt auch nicht, dass ich auf zehn, zwanzig Jahre Theatererfahrung zurückblicken kann. Ich hab auch während der Probenzeit immer wieder Phasen gehabt, wo ich gezweifelt hab, dass ich es schaffen kann. Wir haben ja einen Regisseur, der knallhart war und mich wirklich an meine Bundeswehrzeit erinnert hat. Aber er hat aus uns das Beste rausgeholt und aus mir - also, wenn wir schon über mich jetzt sprechen - der hat mir einfach Sachen gezeigt, die ich nicht gewusst hab. Ich glaub, das ist nebenbei, dass es natürlich wunderschön ist, diese Rolle zu spielen, vor allem jetzt auch immer mehr Spaß macht, dass der Premierendruck auch weg ist, und man einfach jetzt spielen kann. Und es wird immer lockerer, und es wird immer mehr das Eigene. Nebenbei ist es für mich gleich als Person, oder als Darsteller, ein großer Schritt nach vorne, und ich hab eine Grenze überschritten, die ich ohne diese Rolle wahrscheinlich lange nicht überschritten hätte, oder vielleicht auch nie. Also ich glaub, dass es für mich mit 24 Jahren jetzt eine gute Zeit war, dass ich so eine Rolle bekomme. Wenige Leute kriegen diese Chance. Nur durch solche Herausforderungen kann man weiter wachsen, irgendwie, und, entweder, man nimmt die Herausforderung an, oder man drückt sich davor. Ich hatte Bauchweh, und ich bin froh, dass ich’s angenommen hab, und vor allem bin ich froh, dass ich’s geschafft hab, und den Leuten, die an mich geglaubt haben, angefangen von VBW, Menschen, die mir die Chance geben, bis zum Regisseur, und Management, und allem, dass ich die befriedigen hab können, und dass ich ihnen das geben hab können, was sie wollten, dass ich den Ansprüchen gerecht wurde.“ Lukas bereitet ein neues Pop-Album vor, das in Kürze erscheinen wird Auf die abschließende Bemerkung, dass es im Moment wohl noch zu früh sei, über neue Pläne nach „Romeo & Julia“ zu berichten, macht Marjan den Vorschlag, dass Lukas doch von seinem ganz aktuellen Projekt erzählen solle. Denn bei Lukas geht es gleich schon weiter. Er gesteht, dass ein kleiner Traum von ihm schon immer war, „ein Popstar zu werden. Das darf ich gar nicht laut sagen. Aber es ist so. Seit gestern bin ich auch schon wieder fleißig am Arbeiten, und wir machen jetzt ein Pop-Album, das nächsten Monat rauskommen wird. Deutsche Popmusik, Pop-Rock, mit sehr schönen Texten.“ Es handle sich um ganz neue Lieder. „Ich hab hier ein Superteam, einen Produzenten und eine Dame aus Deutschland, die zusammen Lieder für mich machen, also wirklich auf mich schreiben. Es sind auch von mir Sachen dabei. Zeitbedingt halt weniger, weil ich ja die letzten drei Monate wirklich eingespannt war, und wir die Soundtracks jetzt schon haben mussten, weil, in einem Monat soll es rauskommen.“ Die Musik sei weitgehend auf seine Person zugeschnitten „Wir haben da lang gesucht, also ein zwei Jahre haben wir herumgebastelt, was das für eine Richtung sein soll, und haben jetzt wirklich eine schöne Stilrichtung gefunden, die aber auch zur Rolle passt. Also man könnte sich vorstellen, dass der Romeo in heutiger Zeit solche Musik singt, solche Lieder singt.“ Das Album, dessen Titel noch nicht feststeht, wendet sich an junge Menschen von vierzehn bis dreißig, und Lukas hofft, „dass sie diese Musik lieben werden“. Das Gespräch fand am 1. März 2005 statt und wurde von Arthur H. Maute geführt. |
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Homepage von Lukas: www.lukas-perman.com
Homepage von Marjan: www.marjan-shaki.de |
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Informationen über "Romeo & Julia - Das Musical" |