"Tanz der Vampire" in StuttgartDer letzte "Tanz der Vampire" in Stuttgart

Information
Aktualisiert:
zurück


Der letzte Tanz der Vampire: Am 31. August muss Graf Krolock abtreten
Nach 1418 Shows kommt das Aus - Mögliches Nachfolgestück ist „42nd Street“ - "Aida" in Essen?

Am 31. August muss Graf Krolock in Stuttgart abtreten

Die Stage-Holding wird im Laufe dieses Jahres zwei ihrer erfolgreichsten Produktionen von den Spielplänen streichen. Ob für immer, ist freilich noch ungewiss. Dass die Kaiserin „Elisabeth“ in Essen zum 8. Juni abdanken soll, ist seit längerem bekannt. Jetzt hat es auch die Blutsauger in Stuttgart erwischt. Die Nachricht dürfte bei den Vampir-Fans wie eine Bombe eingeschlagen haben. Graf Krolock und die Seinen verschwinden (auf Nimmerwiedersehen??) in der Gruft. Am 31. August hat der gruselige Spuk im Apollo-Theater ein Ende. Die an diesem Abend anstehende 1418. Show wird dann die Letzte sein. Tilt, game over! Es hat sich ausgetanzt.
   Dadurch erhalten natürlich die Spekulationen über das Nachfolgestück neuen Auftrieb. Nichts Genaues weiss man (noch immer) nicht. Die Stage-Holding will ihre Entscheidung aber Ende der nächsten Woche bekannt geben. Man darf gespannt sein.
   Dass der Standort im Schwäbischen, der zuletzt ja nur mit „aufgewärmten“ (Revival-)Produktionen ("Cats", "Phantom der Oper") abgespeist wurde, mehr als reif für eine „richtige“ Premiere ist, gilt als abgemacht. Also soll und wird es wohl eine Inszenierung werden, die zuvor noch nirgends als En-Suite-Produktion in Deutschland zu sehen war. Im Rechte-Pool des niederländischen Impresarios Joop van den Ende dümpeln ja mehr als genug Lizenzen. Der Mann kann dahingehend aus dem Vollen Schöpfen.
   Denkbar wäre, dass in Schwaben der Broadway-Erfolg „42nd Street“ Einzug hält. Dieses auf dem gleichnamigen Film-Musical aus dem Jahr 1933 basierende Stück (Musik: Harry Warren) hatte es weiland im New Yorker Winter Garden Theatre während einer zwölfjährigen Spielzeit immerhin auf 3486 Aufführungen gebracht. In der Saison 200/2001 folgte dann ein vielbeachtetes, spektakuläres Revival. Produzent: Joop van den Ende.
„Les Miz“ wird vermutlich in Berlin gespielt.
   Während (fast) alles oder doch zumindest vieles darauf hindeutet, dass die angekündigte Neu-Inszenierung des Schönberg/Boublil-Geniestreichs „Les Misérables“ in Berlin platziert wird, wo er im Herbst d.J. die Catsen am Potsdamer Platz ablösen könnte, bliebe dann für die dritte große ausstehende Neuproduktion „Aida“ nur noch das Essener Colosseum übrig. Statt einer österreichischen Kaiserin nun eine nubische Prinzessin. Dieses brillante und fantastische Stück mit der eingängigen, packenden Musik von Elton John wäre immerhin ein würdiger Nachfolger des Mega-Sellers von Sylvester Levay und Michael Kunze. Die „Erbfolge“ würde sich damit quasi wiederholen. Bereits im niederländischen Scheveningen hatte das Disney-Stück im September 2001 die dortige „Elisabeth“-Produktion im Circustheater abgelöst.
Für die letzte Show nur wenige Tickets im freien Verkauf
Derweil hat in Stuttgart der Countdown begonnen - begleitet vom Heulen und Zähneklappern der passionierten TdV-Freunde. Vom Dienstag dieser Woche (7. Januar) an gerechnet, waren es hier noch genau 270 Shows bis zum Exitus. Derzeit ist es (noch) nicht möglich, Tickets für die restlichen Aufführungen ab dem 28. August zu buchen. Und für den definitiv letzten Tanz am 31. August dürfte sowieso nur ein begrenztes Kartenkontingent in den freien Verkauf gelangen. Derzeit gibt es aber Überlegungen, eine komplette Aufführung für die Fans freizuhalten, und zwar die am Nachmittag des 30. August (15 Uhr). Hinter diesem Projekt steht Michael Gercken, der Webmaster der TdV-Homepage, der dahingehend derzeit mit der Stage-Holding verhandelt. Kontakt:
lastshows@tanz-der-vampire.

Jürgen Heimann
10. Januar 2003

Namentlich gekennzeichnete Kritiken, Kommentare und Berichte
stellen grundsätzlich die Meinung des Autors, nicht die der MKV dar

Foto: Jürgen Heimann

Kritiken + Berichte
Aktuelle Nachrichtenseite