„Mit ‚The Little Matchgirl’ möchte ich meinem Publikum eine neue Facette, die die große Bandbreite des Genres Musical zu bieten hat, zeigen“, sagt VBW-Intendantin Kathrin Zechner. Speziell bei den Produktionen für Ronacher Mobile liege ihr daran, auch Avantgarde und nicht nur Mainstream zu zeigen. Es soll sich bei dem im Februar geplanten Stück um eine Mischung „aus zutiefst phantasievoller, nicht einzuordnender Musik, Sarkasmus und Melancholie“ handeln. Für Zechner hat das sehr viel Ähnlichkeit mit der Wiener Seele.
Die offenbar fruchtbare Kooperation mit Martyn Jaques, mit dem übrigens schon das nächste Projekt unter dem Titel „Die Weberschen“ in Arbeit ist, hat zur Koproduktion mit dem Bureau Dix/Hamburg und polimniA/Paris geführt. Die Uraufführung der dem Märchen „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ von Hans Christian Andersen frei nachempfundenen Show fand in diesem Sommer im Betty Nannsen Theater in Kopenhagen statt. Die Erstaufführung im deutschsprachigen Raum wird vom 7. bis 12. und 14. bis 19. Februar 2006 im Odeon in Wien sein.
Der Komponist und Sänger Martyn Jacques, ein Geschichtenerzähler mit dämonischem Charme, wurde mit dem „Laurence Olivier Award“ für die „best performance“ in „Shockheaded Peter“ ausgezeichnet. „ Als Songwriter bin ich immer auf der Suche nach neuen Inspirationen für Themen, die ich behandeln kann. Eine meiner Hauptquellen der Inspirationen ist es, die Werke anderer Menschen zu nehmen und sie an meine Lieder anzupassen“ erzählt er. Anlässlich des 200sten Geburtstages des Dichters war die Hans Christian Andersen Foundation mt dem Wunsch an ihn herangetreten, eines seiner Märchen zu vertonen. So komponierte und textete Martyn Jacques 12 Songs basierend auf dem Märchen „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“.
Die Band „The Tiger Lillies“ erreichte mit ihrer ganz eigenen Art, Theater und Musik zu verbinden, einen besonderen Kultstatus in aller Welt und wurde international bekannt durch ihre Mischung aus Kabarett und Punk. Sie wirkte mit bei Shows wie „The Tiger Lillies Circus“, einer Mischung aus 19. Jahrhundert-Vaudeville, Zirkus und deutschem Kabarett der 30er Jahre, und bei „Shockheaded Peter“, das auf den Struwwelpeter-Geschichten von Heinrich Hoffmann basiert.
Der Schauspieler Bob Goody, der an der Royal Academy of Dramatic Art ausgebildet worden war, schrieb gemeinsam mit Mel Smith das Musical „The Gambler“, das für den Olivier Award nominiert wurde. Er spielt die Rolle des „Manns“ in „The Little Matchgirl“. Laetitia Angot, die als „das kleine Mädchen“ auftritt, ging nach ihrem Ballettstudium auf die „École du Samovar“ und setzte sich dort mit dem „Théâtre gestuel“ auseinander, in dem nicht der Tanz, sondern die dramatische Situation die Hauptrolle spielt.
Arthur H. Maute
25. Dezember 2005
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