"The Rat Pack - Live from Las Vegas" - LogoPremiere war am 17. Juni 2004 im Kölner Musical Dome
"The Rat Pack
Live from Las Vegas"
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Die Rattenmeute hat den Kölner Musical Dome übernommen
Drei Herren im Smoking baden im Big Band Sound

Timothy Sell als Dean Martin, E. Clayton Cornelious als Sammy Davis Jr. und Chris Mann als Frank Sinatra (von links) - Foto: © 2004 Arthur H. Maute

Es könnte sein, dass der naive Betrachter des Materials von semmel concerts über die seit der letzten Woche in Köln laufende Show ganz schön irregeführt wird. Denn auf den ersten Blick sieht es gerade so aus, als ob das als „The Rat Pack“ bekannte Trio, bestehend aus Frank, Sammy und Dean, direkt aus Nevada angereist ist, um im Musical Dome für Furore zu sorgen. Nur wer sich von den abgedruckten Fotos nicht ablenken lässt und genauer hinschaut, entdeckt auf den zweiten Blick, dass die angekündigten Künstler längst nicht mehr unter uns weilen. Die US-Legenden Frank Sinatra (1915-1998), Sammy Davis Jr. (1925-1990) und Dean Martin (1917-1995) können also beim besten Willen nicht „Live From Las Vegas“ an den Rhein gekommen sein. Vielmehr werden sie in einer gelungenen Hommage mit ihren berühmtesten Songs von Sängern dargestellt, die ihnen stimmlich und auch optisch nahe kommen. In Köln handelt es sich um Chris Mann, extrem cool als Frank, E. Clayton Cornelious, steppig-peppig als Sammy und Timothy Sell, in Whiskey-Laune, als Dean, die als Erstbesetzung der Show auf der Bühne agieren. Bis zur Premiere geisterten noch falsche Namen durch die Medien, was den Berichterstattern allerdings nicht zu verübeln ist, denn selbst das Programmheft zeigt Fotos von den Darstellern der West End Produktion von 2003. Die aktuelle Besetzung und Zweitbesetzung kann hier nachgelesen werden. „Live From Las Vegas“ ist gleich doppelt irreführend, denn die Show wurde von der englischen The Flying Music Group Ltd. mit Sitz in London produziert, und die drei Sänger kommen auch nicht direkt aus Las Vegas, wie der besagte Naive vielleicht vermutet könnte.

"New York New York" - Den Höhepunkt vor der Pause bringt Frank Sinatra (Chris Mann). Im Hintergrund die Berelli-Sisters. - Foto: © 2004 Arthur H. Maute

   Aber was soll’s? Da es sich sowieso um „ein fiktives Konzert“ handelt, „das im Himmel stattfindet“, wie Regisseur Mitch Sebastian dem Kölner Express in einem Interview eröffnete, ist eh alles erlaubt. Und tatsächlich entsteht im Musical Dome eine Atmosphäre, die vielleicht wirklich der Stimmung im Las Vegas Sands der 60er Jahre nahe kommt. Aber wer kann das wirklich sagen, denn wer von uns war damals schließlich schon dabei? Auf jeden Fall gibt es einen Hit nach dem anderen, mit ausgezeichneten Stimmen und in exzellentem Big Band Sound, ohne jegliche Handlung, nur locker verknüpft durch kurze witzige Ansagen und, wie es heißt, überlieferte lockere Dialoge der Stars, die hierfür eine Menge Alkohol und Zigaretten brauchen. All das soll eben typisch für das von Lauren Bacall „The Rat Pack“ getaufte Trio sein.
Deano und Frankie Boy (von rechts) hängen am Flügel bei Band Leader Colin Campbell rum. - Foto: © 2004 Arthur H. Maute
  Frankie Boy eröffnet die frei nachempfundene Show mit „Luck Be A Lady“, „The Lady Is A Tramp“ und „I’ve Got You Under My Skin“. Dann folgt Sammy mit „Candy Man” und „Mr. Bojangles“ und Deano mit „That’s Amore“, und so weiter und so fort. Natürlich dürfen Sinatras „New York New York“ und „My Way“ nicht fehlen. Die Stars treten auf, solo, zu zweit oder alle drei, von Zeit zu Zeit umschwärmt, umschmeichelt und umtanzt von den drei Berelli Sisters. Irgendwie wirkt das alles schon ziemlich authentisch - ein ganzer Abend mit drei gut gelaunten Herren im Smoking und drei attraktiven Tanzgirls, mit gekonntem Swing und dem aggressiven Sound der immerhin 15 Mann starken Big Band: Wer das mag, ist hier richtig. Bis zum 4. Juli ist das „Las Vegas Sands“ noch in Köln.

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21. Juni 2004