| Am 25. September stellte sich die Cast des Hexenmusicals, das am 15. November 2007 Premiere hat, den Medien und einigen Freunden und Mitgliedern des Fanclubs vor. | |
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Nur eine Stunde in der grünen Smaragdstadt
Präsentation der „Wicked“ Cast im Palladium Theater Stuttgart |
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„Weil wir uns kannten, bin ich heut wie ich bin.“
Eine außergewöhnliche Freundschaft verbindet die beiden Hexen Elphaba (Willemijn Verkaik) und Glinda (Lucy Scherer). Soeben haben sie „Weil wir uns kannten, bin ich heut wie ich bin.“ („For Good“) gesungen. Foto: Copyright © 2007 Arthur H. Maute |
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Die Vertreter der Medien und einige Gäste betreten das Palladium durch einen schmalen Seiteneingang. Denn der Haupteingang zum Palladium Theater ist versperrt. Die angekündigte Cast-Präsentation findet in einer Baustelle statt. Denn das Theater wird umgebaut. In welchen Farben das Foyer, in dem der Empfang stattfindet, in Zukunft erstrahlen wird, lässt sich noch nicht erkennen. Der für die Presse ausgelegte grüne Teppich gibt allerdings Anlass zu gewissen Vermutungen. Das Grün, ich nenne es elphabagrün nach der grünen Hexe Elphaba, ist ein ziemlich dunkler Farbton und wirkt auf mich leider leicht schmutzig. Aber da bestimmt alles außer dem deutschen Text von den Produzenten der Original-Broadwayshow vorgegeben ist, muss sich die Stage Entertainment wohl auch an diese Farbe halten. Immerhin durfte übersetzt werden. Für das deutsche Buch sorgte Ruth Deny, für die Liedtexte
Kaum haben die Fotografen und Berichterstatter ihre Plätze eingenommen und die Fans sich in ihre abgetrennte Ecke gedrängt, geht es auch schon los. Das Ensemble, das sich auf einer kleinen Bühne vor einer schematischen Landkarte á la „Herr der Ringe“ aufbaut, beginnt mit „Nur ein Tag in der grünen Smaragdstadt“ („One Short Day In The Emerald City“), dem effektvollen Lied der Touristen in der Stadt, von der wohl auch das allgegenwärtige Grün abgeguckt wurde. Zugegeben: obwohl nur mit Klavierbegleitung vorgetragen, brachte das Ensemble gleich Stimmung in die Bude und weckte Spannung auf das, was in diesem Haus nach der Renovierung geboten wird. Simone Linhof, Casting Direktor für alle deutschen Produktionen, Associate Producer des Musicals „Wicked - die Hexen von Oz“, wie schon vorher für die Berliner Produktion der jetzt Grusical genannten Show „Tanz der Vampire“, begrüßte alle Anwesenden und versicherte, wenn es auch vielleicht wegen der Umbauphase, in der man sich befinde, kaum zu glauben sei, aber die Stage sei perfekt im Zeitplan und bis zur Premiere am 15. November werde bestimmt alles fertig. Schon seit zwei Wochen werde geprobt, und heute wolle man einen kleinen Ausblick geben, auf das, was da kommen wird. Linhof stellte auch gleich die künstlerische Leiterin Nicole Hildebrandt vor, die über Jahre hinweg selbst auf der Bühne gestanden hatte, sich dann aber entschied, die Fronten zu wechseln, und inzwischen für viele Shows, nicht nur der Stage Entertainment, verantwortlich war, in Stuttgart zuletzt für „Elisabeth“. Deshalb ist „Wicked“ für sie „ein vertrautes Thema. Es geht um starke Frauen.“ Sie freut sich, wieder in Stuttgart zu sein und berichtet: „Die Cast kam vor zwei Wochen nach Stuttgart. Wir haben als erstes begonnen, musikalisch alles einzustudieren. Das ist die Grundlage, um choreografisch darauf aufzubauen, und auch szenisch. Dann haben wir gesplittet, d. h. das Ensemble ist in die Tanzproben gegangen, und seit Freitag haben wir jetzt begonnen, szenisch mit den Hauptdarstellern zu arbeiten. Ab morgen werden wir dann das Ensemble und die Hauptdarsteller zusammen bringen und uns Stück für Stück durch die Show arbeiten. Wir haben ein sehr internationales Team zusammengestellt, auch im Ensemble. Wir haben Darsteller aus den verschiedensten Ländern, aus den USA, aus Australien, England, Holland, Italien, Schweden, Österreich, Kuba, von den Philippinen.“ Und natürlich aus Deutschland. Beinahe hätte Nicole das vergessen. Heiterkeit bei den Zuhörern.Die Mitglieder des Ensembles stellen sich selbst vor, zunächst die Damen, dann die Herren. Danach sind die Swings dran, die wichtige Aufgaben im Ensemble übernehmen. Nicole Hildebrandt: „Sie müssen nämlich alle Ensemblerollen verkörpern können, sie müssen alle Choreografien können, alle Harmonien singen können, und einige von den Swings covern auch Hauptrollen, das bedeutet, sie sind die Zweitbesetzung einer Hauptrolle.“ Das gilt beispielsweise auch für Maike Switzer: „Das ist jetzt mein siebtes Jahr in Stuttgart, und außer dem Swing-Part mach ich noch die Zweitbesetzung von Nessarose.“ Bei den Hauptdarstellern fehlt nur Jana Stelley, die alternierende Glinda. Sie ist gerade in Wien, weil sie dort im Ensemble von „Rebecca“ auf der Bühne des Raimund Theaters steht. Wer allerdings den Film „Phantom der Oper“ gesehen hat, kennt die Stimme von Jana schon. Sie hat darin nämlich die Meg Giry synchronisiert. Deshalb beginnt Simone Linhof mit der alternierenden Elphaba Sabrina Weckerlin. Sabrina hat vor drei Jahren an der Joop van den Ende Akademie vorgesungen, und Simone Linhof war in der Jury. Sie sagt, sie seien sich schon damals darüber klar gewesen, dass sie mit Sabrina ein Ausnahmetalent entdeckt hatten. Von der Schule weg war sie nach Berlin ans Theater des Westens für die Deutschlandpremiere von „3 Musketiere“ engagiert worden. Sie war danach bei „Dirty Dancing“ und arbeitete mit Simone Linhof auch in „Best of Musicals“ zusammen. Sabrina wollte unbedingt die Elphaba spielen: „Als ich zum ersten Mal die Musik von „Wicked“ gehört habe, war ich total begeistert und habe gesagt: Ich muss das unbedingt machen, ich muss da irgendwie reinkommen. Dann habe ich es auch in London gesehen, und es war einfach unglaublich toll. In den vorigen Produktionen, da lag es manchmal auf dem Gesang und dann wieder auf dem Schauspiel. Diese Rolle verlangt einem von Anfang an alles ab.“ Es folgt Angelika Wedekind, die ursprünglich aus Hamburg kommt und kein Geheimnis daraus macht, dass sie 60 Jahre alt ist. Sie spielt die Madame Akaber, eine Zauberlehrerin, Zaubermeisterin, die sie als Machtmenschen bezeichnet. Sie ist Schauspielerin und hat lange im „klassischen Theater“ gearbeitet. Aber eigentlich wollte sie von Anfang an zum Musical. Allerdings gab es Mitte/Ende der 60er Jahre keine richtige Ausbildung dafür. „Man musste zu irgendwelchen Opernsängern gehen und sagen: Würden Sie mir bitte was beibringen. Man konnte Belcanto lernen, aber kein Belting. Wenn man Ballettunterricht hatte, konnte man vielleicht noch Modern Dance belegen, aber es gab einfach keine Musicalausbildung.“ 1970 gab es zwar „My Failr Lady“ und „Anatevka“ - „da war ich auch ein Jahr drin“. Und es gab „Hair“. „Da wurden junge Leute gesucht, die ein bisschen singen und tanzen konnten, sich das zugetraut haben, und keine richtige Ausbildung brauchten. Und da habe ich mich frei getobt.“ Michael Günther spielt den Doktor Dillamonth. Er ist ein renommierter Schauspieler, hat an der Berliner Ernst-Busch-Hochschule für Schauspielkunst studiert und viele klassische Rollen gespielt („Der Sturm“ von Shakespeare, „Kabale und Liebe“ von Schiller). Er war übrigens auch schon am Stuttgarter Renitenztheater engagiert. Pure Neugier brachte ihn zum Musical. Nachdem er sein bisheriges Berufsleben in festen Schauspielensembles verbracht hatte, fand er nach 13 Jahren, es sei vielleicht mal Zeit, etwas Unbekanntes zu wagen, etwas Neues auszuprobieren. „Ich habe keine Berührungsängste zum Musical, obwohl ich aus dem ernsten Fach komme. Ich weiß da Bertold Brecht auf meiner Seite, der bekanntlich gesagt hat, das Theater brauche keinen anderen Ausweis als den Spaß.“ Michael Günther ist sich sicher, dass er hier bei „Wicked“ garantiert an der richtigen Adresse ist. „Nachdem ich ‚Wicked’ in London gesehen habe, habe ich aber auch festgestellt, dass ‚Wicked’ unheimlich viele politische und sozialkritische Züge hat, mehr als man das vielleicht beim Musical erwarten würde, und die im Stück nicht zuletzt auch durch meine Rolle repräsentiert werden. Insofern bin ich glücklich darüber, eben nicht nur Neues zu lernen, sehr viel Neues zu lernen, sondern auch als Schauspieler hier richtig zu Hause zu sein.“ Der vielen aus dem Film „Der Zauberer von Oz“ (1939 mit Judy Garland als kleine Dorothy) bekannte Magier, der eigentlich gar nicht zaubern kann, wird von Carlo Lauber dargestellt. Er freut sich, dass es für ihn als klassischen Schauspieler die Möglichkeit gibt, „so ein Hintertürchen ins Musical zu kriegen“. Zuletzt hat er in Ludwig2 in Füssen gespielt. Er war in der Uraufführung von „Das Madchen Rosemarie“ im Capitol Theater Düsseldorf, er hat den Sancho Panza in „Der Mann von La Mancha“ dargestellt, war bei „The Fantasticks“ und in „Joseph“ in Essen, und er spielte in der Berliner Uraufführung des Disney Musicals „Glöckner von Notre Dame“ mit. „Ich bin eigentlich, so wie die Jungfrau zum Kinde zum Musical gekommen“, sagt er, „durch gute Kollegen, Andy Bieber und Paul Kribbe, mir denen ich im Stadttheater zusammengearbeitet habe, und als dieser Jakob, der Vater in Joseph, frei wurde und meine Sparte aus Kostengründen geschlossen worden ist, hab ich direkt gewechselt und fühle mich beim Musical sauwohl, das muss man sagen.“ Zaubern kann Lauber auch privat nicht, aber es reiche ja vielleicht auch, „wenn der Charme zaubert“, meint er verschmitzt. Nicole Radeschnig, die als Nessarose auftritt, wird von Simone Linhof mit folgenden Worten vorgestellt: „Ich freu mich immer wahnsinnig, wenn wir ein neues Gesicht entdecken, ein neues Talent.“ Nicole hat in Wien am Konservatorium studiert, dann wurde sie dort sofort ans Metropoltheater engagiert. Sie hat mit ihrer Zwillingsschwester ein Kabarettprogramm geschrieben, das einige Preise eingeheimst hat. Nessarose habe zwar eine gute Beziehung zu ihrer Bühnenschwester, sagt Nicole, genau so, wie sie im Privatleben zu ihrer Zwillingsschwester. Nur werde sie im Stück von Elphaba ein bisschen zu sehr bemuttert, was Nessarose nicht so gut gefalle. Der unsterblich in Glinda verliebte Moq wird von Stefan Stara dargestellt. Er kriegt sie leider nicht, verrät Nicole Hildebrandt schon mal vorab. Stefan hat seine Interviewpartnerin Nicole in Hamburg kennengelernt. Er spielte den Bellboy in „Titanic“, später Cover Alfred in „Tanz der Vampire“. Danach war er im Musiktheater Gelsenkirchen in der Produktion „Fame“ zu sehen. Zuletzt ist er in St. Gallen in „Grease“ aufgetreten. Stefan spielt übrigens auch Schlagzeug. Am Ende von „Wicked“ wird er in den Zinnmann verwandelt. Tanzen sei in dem Zinnmann-Kostüm bestimmt nicht mehr möglich, sagt Stefan. Er habe das Kostüm schon angehabt und habe sich zu dem Zeitpunkt „nicht wirklich hinsetzen“ können. Mark Seibert, von dem man „ohne Übertreibung sagen kann, dass er ein Musicalstar ist“, hat am Konservatorium in Wien gelernt und viele Hauptrollen gespielt. Er war Pygar in „Barbarella“, Tybalt in „Romeo und Julia“ und zuletzt Radames in „Aida“. Mark spielt den Traumprinzen und Mädchenschwarm Fiyero. Wie man sich wohl auf eine solche Rolle vorbereite? „Ich hab vorher den Radames in Aida gespielt, und es gibt Paralellen zwischen Fiyero und Radames, auch Fiyero steht wieder zwischen zwei Frauen, und es ist natürlich für jeden Mann der absolute Albtraum, zwischen zwei Frauen zu sein, angehimmelt zu werden, geliebt zu werden von zwei Frauen. Aber irgendeiner muss es ja machen.“ Die Hauptrollen in „Wicked“ sind Glinda und die grüne Elphaba. Lucy Scherer, in München geboren, spielt die Glinda. Noch bis zum 9. September, zwei Tage vor Probenbeginn in Stuttgart, hat sie als Sarah in „Tanz der Vampire“ im Berliner Theater des Westens auf der Bühne gestanden. Fünf Jahre lang hat sie jetzt in Berlin gewohnt, denn sie hat dort auch ihre Ausbildung gemacht, an der Universität der Künste. Und dort bekam sie auch ihre erste Rolle. Für Lucy ist es das allererste Mal, dass sie für ein Stück in eine andere Stadt zieht. Ihre Wohnung sieht sie im Moment eher selten: „Also ich pendle zwischen Probebühne, Kantine und Bett. Aber das ist OK. Und wir waren einmal am Schlossplatz was trinken, und das war ganz hübsch.“ Die Rolle der Glinda fordere sie heraus. Sie sei in fast jeder Szene auf der Bühne und müsse als kleines Energiebündel unheimlich aktiv sein und auch gesanglich einiges stemmen. Außerdem müsse sie „für die ganzen Witze sorgen“. Es ist überaus spannend für sie, das Timing der Pointen zu erarbeiten. Willemijn Verkaik, die elphabagrün und ganz in Schwarz erschienene Hauptdarstellerin, hat Pop und Jazzmusik studiert. Sie hat in Pop- und Rock-Bands gesungen. Gleichzeitig hat sie aber ihren Weg im Musical gemacht, wo Willemijn in Hauptrollen in der holländischen Version von „3 Musketiere“ oder in „Elisabeth“ bei den Thuner Seespielen auftrat. Nachdem sie vorher schon einmal in „We Will Rock You“ gewesen war, kehrte sie bis Juli dieses Jahres nochmals nach Köln zurück, diesmal als Erstbesetzung der Killer Queen. Offensichtlich kann sie diese unterschiedlichsten Erfahrungen vereinen, und die dafür benötigte Ausdauer kommt ihr jetzt in der Rolle der Elphaba zu Gute.Zum Abschluss der aufschlussreichen Veranstaltung gibt es einen atemberaubenden musikalischen Abschluss. Zunächst singen Glinda und Elphaba „Weil wir uns kannten, bin ich heut wie ich bin.“ („For Good“) und danach besticht Elphaba mit „Der Zauberer und ich, zwei die sich versteh’n“ („The Wizard And I“). Begeisterter Applaus. Arthur H. Maute 25. September 2007 |
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Fotos:
Simone Linhof, Nicole Hildebrandt, Sabrina Weckerlin, Angelika Wedekind, Michael Günther, Carlo Lauber, Nicole Radeschnig, Stefan Stara, Mark Seibert, Lucy Scherer und Willemijn Verkalk (von oben) |
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25. September 2007
Alle Fotos: Copyright © 2007 Arthur H. Maute Mehr über das Musical Berichte, Infos, Kritiken und Kommentare Aktuelle News |