| Am 15. November 2007 ist Premiere im Palladium Theater. Da war ein rechtzeitiger Blick hinter die Kulissen der Produktion ganz besonders interessant. | |
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„Eleka Nahmen Nahmen“
Hinter den Kulissen von „Wicked“ |
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Ein Blick hinter die Kulissen
Am 10. September, wenige Wochen vor der Premiere von „Wicked“, gab es für Journalisten die Möglichkeit, sich backstage zu informieren. Es gab einen Besuch in der Kostümschneiderei, in der man sogar unter die Röcke schauen durfte (Bild links unten). Jana Stelley, die alternierende Glinda, konnte bei der Anprobe eines Kostüms beobachtet werden (Bild links oben). Auch Perücken und Masken waren zu sehen (Bild rechts oben). Und es wurde gezeigt, wie die Haare einer Perücke geknüpft werden (Bild rechts unten). Bevor es zu einer Durchlaufprobe ins Apolle ging, wurde die Technik der riesigen Bühne im Palladium erklärt und Glindas Bubble Chair wurde zur Demonstration über die Bühne gefahren (großes Foto). (Die kleinen Fotos können durch einen Klick auf das Bild zusammen mit einem erläuternden Text vergrößert angezeigt werden.) Foto: Copyright © 2007 Arthur H. Maute |
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Vergeblich versucht Elphaba mit der Beschwörungsformel „Eleka Nahmen Nahmen Ah Tum Ah Tum Eleka Nahmen“ am Ende von „Wicked - Die Hexen von Oz“ die Situation zu retten. Vergeblich. Weitaus erfolgreicher als ihre Protagonistin - so gesehen bei der Probe - hofft die Stage Entertainment zu sein, die seit Monaten daran arbeitet, ihre neue Musicalproduktion auf die Bühne zu zaubern. Fantasy-Geschichten sind beliebt, in Büchern wie im Kino. Auch im Stuttgarter Musicaltheater folgt man diesem Trend. Der gigantische Aufwand, mit dem das Unternehmen musikalische Shows auf die Bühne bringt, wird deshalb getrieben, weil das Publikum auch im Theater durch Bild und Ton so verzaubert werden will, wie im Kino. Diesmal sind es zwei ganz junge, zu Zauberinnen ausgebildete Mädchen, die uns ihre Geschichte erzählen. Sie spielt im Fantasieland Oz, das manche von uns vor allem durch Judy Garlands Song „Somewhere Over The Rainbow“ aus dem Film „Der Zauberer von Oz“ kennen. Der Unterhaltungskonzern, der das Palladium im SI Zentrum betreibt, lässt sich nicht lumpen, und will alle Musicalfans und solche, die es möglichst noch werden sollen, mit einer millionenschweren Kopie des Broadwayoriginals von „Wicked“ umgarnen. Im für diese Produktion umgebauten Möhringer Haus hört man gigantische Zahlen. Es werden 580 Kostüme und 80 Perücken mit jeweils mehr als 150000 von Hand eingeknüpften echten Haaren gefertigt. Das Bühnenbild besteht aus 150 teils meterhohen Zahnrädern, und eine 80000 Watt leistende Tonanlage soll in den Ohren des Publikums dröhnen. Auch exotische Komponenten, wie echte Weinranken aus Thailand oder spezielle Borten aus Indien wurden besorgt.
Welcher Zuschauer wird diesen ganzen Bühnenzauber, dessen Bauelemente schon seit April nicht nur in Hamburg, sondern auch in den USA und Kanada gefertigt wurden, wohl im Lauf eines einzigen Abends aufnehmen, geschweige denn verarbeiten können? Glücklicherweise sind wenigstens das Buch und die Liedtexte von routinierten Übersetzern vom englischen Original ins Deutsche übertragen worden. Sogar die Originalmusik musste geändert werden, damit ihr Rhythmus dem unserer Sprache genau entspricht. Sie stammt von dem Komponisten Stephen Schwartz. Der ist in Deutschland bisher noch nicht so bekannt, wenn auch sein Musical „Godspell“ verschiedentlich aufgeführt wurde. „Wicked“ bringt beeindruckende Songs, die zwar nicht ganz so süffig sind, wie die von „Mamma Mia!“, dafür aber äußerst effektvoll die Atmosphäre des Zauberlandes Oz schaffen.´ |
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Vom Mob gefangen und bedroht
Fiyero (Mark Seibert) wird es wohl ganz übel ergehen, obwohl Glinda (Lucy Scherer) ihm helfen will. Foto: Copyright © 2007 Arthur H. Maute |
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Die Geschichte handelt von einer außergewöhnlichen Freundschaft der Hexen Elphaba und Glinda, die von der Holländerin Wilhemijn Verkaik und der Münchnerin Lucy Scherer gespielt werden. Den beiden Künstlern wird nicht nur sängerisch, sondern auch darstellerisch eine ganze Menge abverlangt. Die Gestaltung dieser Rollen ist zwar nicht gerade ein Hexenwerk, bedarf aber harter Arbeit und anstrengender Vorbereitungen, und das unter den kritischen Augen von Kontrolleuren, die von den Produzenten des Originals nach Stuttgart geschickt wurden. Seit dem 13. September wird geprobt, damit der Bühnenzauber von der Premiere am 15. November an das Publikum in möglichst vielen Vorstellungen überwältigt und begeistert. Die Story der schönen Glinda und der grünen Elphaba basiert auf einem 1995 publizierten Roman von Gregory Maguire, der seinerseits auf das vor mehr als hundert Jahren in den USA erschienene Märchen von Lyman Frank Baum zurückgeht. Maguire erzählt die Vorgeschichte der Ereignisse um das Mädchen Dorothy und den Zauberer von Oz, die in den Staaten fast jeder kennt. 2003 kam Maguires Erzählung als Musical am Broadway heraus und ist bis heute fast immer ausverkauft. Neben der Hauptdarstellerin der Elphaba erhielten Bühnenbild und Kostüme 2004 die höchsten Weihen, die es am Broadway gibt, nämlich den Tony, den Oscar des Broadway. Die Show wird jetzt in Deutschland genau nach den detaillierten Vorschriften der amerikansichen Macher hergestellt.
In Möhringen sind zwei Frauen verantwortlich für die deutsche Produktion. Associate Producer Simone Linhof, die vorher schon für die Berliner Produktion von „Tanz der Vampire“ verantwortlich war, und die künstlerische Leiterin Nicole Hildebrandt, die über Jahre hinweg selbst auf der Bühne gestanden hat, haben bis zuletzt alle Fäden in der Hand. „Wir haben als erstes begonnen, musikalisch alles einzustudieren. Das ist die Grundlage, um choreografisch darauf aufzubauen, und auch szenisch. Dann haben wir gesplittet, d. h. das Ensemble ist in die Tanzproben gegangen, und seit Freitag haben wir jetzt begonnen, szenisch mit den Hauptdarstellern zu arbeiten. Ab morgen werden wir dann das Ensemble und die Hauptdarsteller zusammen bringen und uns Stück für Stück durch die Show arbeiten“, so Hildebrandt bei der Castpräsentation am 25. September. Bis vor kurzem wurde noch auf der Probebühne drüben im Apollo der Durchlauf geprobt. Inzwischen wird in den aufwendigen Kulissen der riesigen Bühne des Palladiums gearbeitet. Kürzlich gab es für Medienvertreter einen interessanten Einblick nicht nur in die die Bühnentechnik sondern auch in die Kostümschneiderei. Die Kostüme werden nicht nach fertigen Schnitten hergestellt, sondern Vorlage ist lediglich die „Bibel“, die aus den USA kommt. Sie enthält die Figurinen, die Kostümzeichnungen, an die sich die Schneiderei aber unbedingt zu halten hat. Die Herstellung ist sehr zeitaufwendig, so arbeiten drei Schneiderinnen an einem einzigen der Kostüme für Elphaba über einen Zeitraum von drei Wochen, wie von Costume Supervisor Carola Brandes zu erfahren war. Und alles geschieht unter der Kontrolle den kritischen Augen von Margie Bailey aus London, die auch die Kosten überwacht. Wir konnten Jana Stelley, die alternierende Glinda, bei der Anprobe eines zauberhaften himmelblauen Glitzerkostüms zuschauen. Glinda soll auf der Bühne fast überirdisch schön erscheinen. |
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Steckt Madame Akaber hinter allem?
Glinda (Lucy Scherer) und die Zauberlehrerin Madame Akaber (Angela Wedekind) geraten aneinander. Foto: Copyright © 2007 Arthur H. Maute |
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Das Künstlerensemble der Produktion ist ein internationales Team mit Darstellern aus den vielen Ländern, aus den USA, aus Australien, England, Holland, Italien, Schweden, Österreich, Kuba, von den Philippinen. Und, nicht zu vergessen, natürlich auch aus Deutschland. Auf der Probenbühne im Apollo gab es im Rahmen der Presseveranstaltung vorab schon einen beeindruckenden Ausschnitt aus der dramatischen Schlussszene von „Wicked“ zu sehen, in dem die Zauberkräfte von Elphaba versagen, und sie dem wütenden Mob ausgeliefert ist. Mehr sei nicht verraten. Inzwischen steigt die Spannung bei allen Beteiligten ins Unermessliche, denn in wenigen Tagen ist Premiere. Doch alle freuen sich und sind sicher, dass die Show auch beim breiten Publikum ankommen wird. Möge Elphabas Beschwörungsformel hier besser helfen. Eleka Nahmen Nahmen Ah Tum Ah Tum Eleka Nahmen.
Arthur H. Maute 7. November 2007 |
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„Eleka Nahmen Nahmen Ah Tum Ah Tum Eleka Nahmen“
Elphaba (Willemijn Verkaik) versucht die Situation zu retten und benutzt eine Beschwörungsformel aus ihrem Zauberbuch. Foto: Copyright © 2007 Arthur H. Maute |
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7. November 2007
Alle Fotos: Copyright © 2007 Arthur H. Maute Mehr über das Musical Berichte, Infos, Kritiken und Kommentare Aktuelle News |