Leonard Bernsteins Musical ist eine der vielen Bühnenadaptionen von William Shakespeares „Romeo und Julia“. Der Publikumsrenner, noch in der Grazer Oper zu sehen, hatte dort am 13. Dezember 2008 Premiere.
„West Side Story“
in Graz
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Eine zugespitzte Geschichte von der West Side
Nazide Aylin ist Anita

They want to be in America - Nazide Aylin (Anita) und die Puertoricaninnen - Foto: Dimo Dimov
They want to be in America
Nazide Aylin (Anita) und die Puertoricaninnen
Foto: Dimo Dimov

Freitag der Dreizehnte. Insgesamt ein Glückstag für alle Besucher von Leonard Bernsteins „West Side Story“ in der Grazer Oper. Das Stück feierte bereits am 13. Dezember 2008 Premiere und wird noch bis 19. Juni zu sehen sein.
   Das einfach gewählte Bühnenbild, die ästhetische Choreographie und das energiegeladene Cast verliehen einem der beliebtesten Musicals wieder neuen Glanz. Trotz des etwas schwunglos agierenden Orchesters, unter der Leitung von Marius Burkert, war es eines der kurzweiligsten Produktionen sein langem.
   Josef E. Köpplinger gelang eine tolle und in allen Belangen extreme Version der allseits bekannten „West Side Story“ - nicht umsonst liegt die Auslastung bei knapp 100 Prozent. Er verschärfte die Aggression und Gewalt des Bandenkrieges und inszenierte als Gegenpart mit „Maria“ und „Tony“ ein äußerst harmonisches Liebespaar.
   Rainer Sinell schaffte es mit nur einer, sich drehenden, Kulisse jegliche Stimmung auf die Bühen zu bringen, die dieses Stück braucht. Das Prinzip „weniger-ist-mehr“ ging in diesem Fall voll auf.
   Ricarda Regina Ludigkeit, welche dieses Stück bereits am Staatstheater Mainz choreographiert hatte, verlangte dem Ensemble durch kraftvolle, abwechslungsreiche und anspruchsvolle Tanzschritte viel ab. Doch dieses wusste die Herausforderung zu meistern. Vor allem die Ballszene ist in diesem Fall zu erwähnen.

Eine innige Liebesbeziehung nimmt ein böses Ende - Daniel Prohaska als Tony und Katja Reichert als Maria - Foto: Dimo Dimov
Eine innige Liebesbeziehung nimmt ein böses Ende
Daniel Prohaska als Tony und Katja Reichert als Maria
Foto: Dimo Dimov

Die Hauptrollen auf den Punkt gebracht
   Herausragend war vor allem Nazide Aylin, die es schaffte, „Anita“, neben dem Puerto Ricanischen Temperament, die nötige Tiefe zu verleihen, verschiedenste Facetten zu zeigen und dennoch ihrer Rolle treu zu bleiben. Das Komödiantische während „America“, das unschlagbar dramatische Duett „A boy like that“ mit „Maria“ (Katja Reichert) und eine beklemmend überzeugende Leistung während der Vergewaltigungsszene.
   Katja Reichert konnte das Publikum vor allem durch ihre klassische Stimme und das Liebliche in ihrer „Maria“ überzeugen. Daniel Prohaskas Tony gewann durch seine warme Stimme die Zuschauer. Ein paar Ecken und Kanten würden der Rolle allerdings gut tun.
   Dominik Hofbauer („Bernardo“) und Korbinian Arendt („Riff“) sind vor Nazide Aylin ist Anita - Foto: Dimo Dimovallem auf Grund ihres Typs, ihrer Energie und ihrer Leidenschaft zu erwähnen. „Glad Hand“ Previn Moore rührte mit „Somewhere“ zu Tränen.

Stimmung bis Juni 2009
   Das Publikum wird in Graz auf eine Achterbahn der Gefühle geführt. Jeder, der die „West Side Story“ kennt, weiß was einen erwartet. In diesem Fall ist alles noch eine Spur bedingungsloser - aber dennoch stimmig. Neben den Hauptrollen schaffte es auch das Ensemble die Energie stets hoch zu halten und jeder Szene das gewisse Etwas zu verleihen.
   Bis zur Dernière am 19. Juni 2009 wird es noch 15 weitere Vorstellungen dieser gelungen Produktion geben. Wer sich dafür interessiert, sollte sich rasch um Karten kümmern, da das Grazer Opernhaus selten eine so hervorragend ausgelastete Produktion gesehen hat.
   Auf Grund der hervorragenden Leistung von Nazide Aylin (Foto: Dimo Dimov) hat sich die M-IZ entschieden, mit der Künstlerin ein Interview zu führen. Es wird demnächst auf dieser Homepage zu lesen sein.

Vera Stelzmayer
17. Februar 2009

Informationen
Deutsche Fassung:
Frank Thannhäuser und Nico Rabenald
Songs in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Spielstätte:
Opernhaus Graz GmbH
Kaiser-Josef-Platz 10
A-8010 Graz
Weitere Vorstellungen:
28.2., 5.3., 15.3. (15.00 Uhr), 24.3., 3.4., 8.4., 11.4., 12.4. (18.00 Uhr), 16.4., 9.5., 16.5., 22.5., 23.5., 12.6. und 19.6.
Beginn jeweils 19.30 Uhr, sofern nicht anders angegeben
Tickets:
Theaterkasse am Kaiser-Josef-Platz 10
Mo bis Fr von 9:00 bis 18:30
Sa von 9:00 bis 13:00
Telefon: +43 (0) 316-8000